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10-01-2007 Weissrussland
Pipeline-Krise: Produktion in deutschen Raffinerien gedrosselt –Ungarn zapft Notreserven an
Wegen der Blockade der weißrussischen Öl-Pipeline "Druschba" (Freundschaft) haben zwei deutsche Raffinerien ihre Produktion drosseln müssen. Wie eine Sprecherin des beteiligten Mineralölkonzerns Total am Mittwoch sagte, wurde sowohl in der Raffinerie Spergau bei Leuna als auch der Anlage in Schwedt die Produktion auf 70 Prozent heruntergefahren.

Die Pipeline liefert seit Montag kein Öl mehr. Hintergrund der Blockade ist ein Streit zwischen Russland und Weißrussland über Öl- und Gaslieferungen gen Westen.

Anzeichen dafür, wann die Leitung wieder in Betrieb gehen könnte, gebe es nach wie vor nicht, sagte die Total-Sprecherin. Es bestehe aber weiterhin keinerlei Anlass zur Besorgnis, dass die Endkunden unter der Reduzierung der Verarbeitungsmengen leiden könnten. Dies liege zum einen daran, dass der Absatz derzeit niedrig sei. Zum zweiten versorge sich Total inzwischen im polnischen Hafen Danzig (Dansk) mit Rohöl für die Raffinerien.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wurde am Mittag in der Anlage in Schwedt erwartet, wo er sich einen Eindruck von der Lage verschaffen wollte.

Auch Ungarn ist zuversichtlich, dass die russischen Öllieferungen durch die weißrussische Pipeline "Druschba" (Freundschaft) in den kommenden Tagen, spätestens binnen einer Woche, wieder aufgenommen werden.

Wir glauben, dass das Problem gelöst wird", sagte am Mittwoch ein Sprecher des Außenministeriums in Budapest. Auch in Ungarn kommt seit Montag kein russisches Öl mehr an; da das Land fast vollständig von diesen Lieferungen abhängig ist, zapfte der ungarische Energieversorger MOL deshalb bereits am Dienstag seine Notreserven an, die für hundert Tage reichen. Wirtschaftsminister Janos Koka hatte die Reserven freigegeben. Er hatte sich aber ebenfalls optimistisch geäußert, dass das russische Öl spätestens in einer Woche wieder fließen werde.

Der MOL-Konzern führt mehrere Erdöl- und Erdgasunternehmen unter seinem Dach und ist Branchenführer in Mittel- und Osteuropa. Mit einem Börsenwert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar ist MOL das größte Unternehmen Ungarns. Der Konzern ist auf dem Einzelhandelsmarkt in zehn Staaten tätig. [ RIA Novosti  /afp / russland.RU ]