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31-10-2009 Russland und die Vogelgrippe
Russland will Ukraine bei Bekämpfung der Grippe helfen
Russland hat der Ukraine Hilfe angesichts der dort ausgebrochenen Grippeseuche angeboten. Das teilte der Pressedienst des ukrainischen Auswärtigen Amtes am Freitag nach einem Telefonat der Außenminister beider Länder, Sergej Lawrow und Pjotr Poroschenko, mit.



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"Die Minister haben vereinbart, diese Arbeit auf dem Niveau der Gesundheitsministerien zu koordinieren", heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus sei während des Gesprächs festgestellt worden, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern in jüngster Zeit "eine neue Dynamik bekommen haben." Die ukrainische Seite habe die Bereitschaft zur Organisation einer planmäßigen Sitzung des Komitees für Wirtschaftskooperation am 19. November in Jalta bestätigt, das im Rahmen der russisch-ukrainischen Staatskommission agiert, so die Mitteilung.

In der Ukraine begann A/H1N1/-Grippe-Epidemie

In der Ukraine hat die A/H1N1/-Grippe-Epidemie begonnen, teilte der ukrainische Gesundheitsminister Wasili Knjasewitsch am Freitag vor der Presse mit.

"Vorläufigen Angaben zufolge gehört die Ukraine der pandemischen Weltzone an. Im Land hat die A/H1N1/-Grippe-Epidemie begonnen", unterstrich Minister. Außerdem rief er die ukrainische Bevölkerung auf, sich mit der Selbstheilung nicht zu befassen und sich an Ärzte zu wenden.

Ukraine hat genug Reserven für Bekämpfung der Grippeseuche

Die Ukraine hat genug Kraft, um die ausgebrochene Grippeseuche zu überwinden, sagte Ministerpräsidentin Julia Timoschenko am Freitag Journalisten nach einer Beratung mit der Führung von westlichen Landesgebieten in Kiew.

"Wir haben unsere Arbeit koordiniert, und es sind jegliche Voraussetzungen vorhanden, um diese schwere und gefährliche Herausforderung, die Seuche, die das Leben und die Gesundheit unserer Menschen bedroht, hinzukriegen", stellte sie fest.

Die Regierungschefin forderte die Einwohner auf, die Beteiligung an Massenveranstaltungen zu vermeiden und im Fall der Erkrankung auf die Selbstheilung zu verzichten.

Timoschenko beteuerte, dass die Ukraine genug Medikamente habe. "Die Regierung hat beschlossen, den Ankauf von Arzneimitteln zu verdoppeln", präzisierte sie. Die Sekretärin des Sicherheits- und Verteidigungsrates, Raissa Bogatyrjowa, hatte ihrerseits in einem Pressegespräch angekündigt, dass die Ukraine die Weltgemeinschaft um humanitäre Hilfe bitten würde, um gegen die so genannte "Schweinegrippe" zu kämpfen.

Höchste Alarmstufe wegen Grippeseuche

Die ukrainische Regierung verhängt die höchste Gefahrstufe wegen des jüngsten Ausbruchs einer Grippeseuche im Westen des Landes.

"Die Regierung hat alles getan, was sie tun kann: die Einführung der dritten und höchsten Gefahrstufe und Quarantäne", unterstrich Timoschenko und ergänzte, dass die Verhängung eines Ausnahmezustandes nicht in den Zuständigkeitsbereich des Kabinetts gehöre.

"Ab heute führen wir die dreiwöchigen Ferien ein und heben jegliche Massenveranstaltungen auf", so Timoschenko. Zugleich informierte sie, dass sie ihre Wahlkampagne provisorisch einstelle. In Bezug auf mehrere geplante internationale Fußballspiele werde eine Sonderentscheidung getroffen werden. Die Regierungschefin führte an, dass bisher elf Fälle der neuen Grippe bewiesen worden seien. Sie zeigte sich überzeugt, dass ihr Kabinett auf den Seuchenausbruch rechtzeitig reagiert habe.

Ferner informierte sie, dass bereits Kontakte zu den Herstellern von Impfstoffen aufgenommen worden seien. In kürzester Zeit sollen entsprechende Verträge geschlossen werden. "Binnen einer Woche sollen alle zusätzlichen Mittel eingeführt werden", beteuerte Timoschenko. Außerdem kontaktieren die Behörden mit der Weltgesundheitsorganisation und den Ländern, die über Erfahrungen der Grippebekämpfung verfügen.

"Was die Grenzkontrolle angeht, so wird sie maximal streng verlaufen", fuhr die Ministerpräsidentin fort. Sie forderte die Bevölkerung auf, Reisen durch das Land sowie öffentliche Versammlungen zu vermeiden. Eine der wichtigsten Aufgaben der Mediziner besteht nach ihren Worten in der Unterscheidung von Seuchen der "üblichen" und der neuen Grippe.

Keine Kundgebungen bis Ende der Wahlkampagne

Der Chef der "Partei der Regionen" der Ukraine, Präsidentschaftskandidat für die am 17. Januar 2010 bevorstehenden Wahlen Viktor Janukowitsch, hat gestern eine Kundgebung seiner Parteigänger in Charkow abgesagt. Er schlug allen politischen Kräften des Landes vor, auf Massenkundgebungen bis Ende der Wahlkampagne zu verzichten. Grund war ein Ausbruch der neuen Grippe. "Wir brauchen sowieso keine Kundgebungen, denn die Wähler sehen schon, wer was wert ist", meinte der Oppositionspolitiker.

Reisen und Kundgebungen im Rahmen der Wahlkampagne wegen Grippe abgesagt

Julia Timoschenko, Präsidentschaftskandidatin für die am 17. Januar 2010 bevorstehenden Wahlen, hat alle im Rahmen der Wahlkampagne geplanten Reisen und Kundgebungen wegen eines Ausbruchs der neuen Grippe abgesagt. Das erklärte die Politikerin in einem Journalistengespräch nach der gemeinsamen Sitzung der ukrainischen Regierung und der Staatlichen Kommission für Epidemiebekämpfung.

Ukraine verhängt Quarantäne

In der Ukraine wird eine Quarantäne über neun Gebiete verhängt. Die Schulferien in der Republik werden um drei Wochen verlängert.

Die ukrainische Regierung stellte mehr als 60 Millionen US-Dollar für Zwecke der Prophylaxe und Bekämpfung der Schweinegrippe bereit. [ russland.RU ]