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31-05-2006 Russland und die Vogelgrippe
Russland testet Impfstoff gegen Vogelgrippe an Menschen
Mit Tests eines Vogelgrippe-Impfstoffs an Menschen ist jetzt in Russland begonnen worden. Bis zum August wird sich zeigen, ob er die Menschen vor dem H5N1-Virus schützen kann, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru".

Das Präparat wurde von der Forschungs- und Produktions-Vereinigung Mikrogen gemeinsam mit dem Grippe-Forschungsinstitut der Russischen Akademie der medizinischen Wissenschaften auf der Basis des vietnamesischen H5N1-Stamms gewonnen, den die Internationale Gesundheitsorganisation WHO für die Arbeit an Impfstoffen empfohlen hat. Bei den Tests an Nagetieren hat der Impfstoff eine 95-prozentige Effektivität ergeben. Die Versuche an Ratten gaben Mikrogen-Direktor Anton Katlinski Grund zu einem "gemäßigten Optimismus".

Pjotr Derjabin, Vizedirektor für Forschungsarbeit des "Iwanowski"-Forschungsinstituts für Virusologie, ist der Auffassung, dass es eher sinnlos ist, den Impfstoff an Menschen zu testen.

"Es hätte einen Sinn, wäre jetzt eine konkrete Stamm-Epidemie im Gange gewesen", so der Wissenschaftler. "Vorerst kann aber niemand mit Zuversicht sagen, dass gerade H5N1 eine Pandemie verursachen wird." In der Regel vergehen mindestens drei bis vier Jahre zwischen der Entstehung einer neuen Medizin und dem Beginn der klinischen Tests.

Mikrogen-Vertreter erklären allerdings, dass es unproblematisch sein werde, die Basis des Impfstoffs gegen das Pandemie-Virus zu tauschen.

"Notfalls werden wir den ersten Posten eines neuen Anti-Virus-Präparats innerhalb von anderthalb Monaten produzieren können", sagt Katlinski.

Ein Signal zum Beginn der Impfstoff-Produktion kann ein Bericht über eine Virus-Mutation sein, bei der eine leichte Übertragung von Mensch zu Mensch möglich sein wird.

Heute ist eine mögliche Virus-Übertragung zwischen Mitgliedern einer Familie bekannt, die WHO behauptet allerdings, zu einer Stamm-Mutation sei es nicht gekommen. Fachleute verfügen über keine Angaben, wie weit sich die Vogelgrippe innerhalb dieser anderthalb Monate verbreiten könnte.

Vorerst planen die Mediziner keine totale Impfung gegen die Vogelgrippe. "Es besteht keine Notwendigkeit, die gesamte Bevölkerung dagegen zu impfen", sagt Oleg Kisseljow, Leiter des Grippe-Forschungsinstituts. "Wir beteiligen uns nicht am Impfstoff-Business." "Russlands Behörden werden selbst entscheiden, in welchen Regionen Russlands Menschen geimpft werden sollen, wenn eine Vogelgrippe-Gefahr für den Menschen entstehen wird." [ RIA Novosti ]