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07-03-2006 Russland und die Vogelgrippe
Ornithologen raten wegen Infektionsgefahr von Frühjahrsjagd ab
Die Ornithologen warnen wegen der Gefahr einer Verbreitung der Vogelgrippe vor der Frühjahrsjagd. "Da die epidemiologische Lage sehr angespannt ist, raten die Ornithologen dazu, die Frühjahrsjagd überhaupt nicht zu beginnen", erklärte der Präsident des Verbandes für Vogelschutz in Russland, Viktor Subakin, am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Er sieht die größte Gefahr einer Infektion von Menschen bei der Zerlegung des Beuteguts und bei der Berührung infizierter Vögel nach dem Abschuss. Um der Ausbreitung der Vogelgrippe keinen Vorschub zu leisten, rät er grundsätzlich davon ab, Wildvögel zu berühren. "Die Strategie gegen die Vogelgrippe muss darin bestehen, die Wildvögel in Ruhe zu lassen."

Statt Wildvögel von ihren Nestern aufzutreiben, sollte dafür gesorgt werden, dass das Geflügel keinen Kontakt mit ihnen hat. "Ein Krieg gegen die Wildvögel ist sinnlos. Er führt zu dem entgegengesetzten Effekt", sagte Subakin.

Ihm stimmt der Generaldirektor des Zentrums zum Schutz der Wilden Natur, Alexej Simenko, zu. "Wenn wir in den natürlichen Lauf der Dinge eingreifen, sorgen wir einen unvorhersehbaren Verlauf der Epidemie." Die Vertreibung der Wildvögel durch Abschuss bewirke nur, dass sie sich zu anderen Stellen begeben. "Ein verstorbener Vogel wird indes Beute von Raben und anderen irdischen Raubtieren, die sich in der Nähe von Ortschaften aufhalten, wodurch sich die Infektionsherde nur noch ausweiten."

Der Chef der Jagdaufsichtsbehörde der Region Krasnojarsk Wladimir Luzki äußerte dagegen, dass das Landwirtschaftsministerim bereits seit drei Jahren empfielt, auf die Vogeljagd im Frühjahr zu verzichten, aber ein Verbot keinen Sinn mache, weil es keine Gefahr einer Übertragung der Vogelgrippe durch Zugvögel gebe. Infizierte Vögel würden die Region nicht erreichen, sondern schon auf dem Flug verenden.

Vogelgrippe, so sagte er, habe es schon immer gegeben, doch niemand habe darauf geachtet, weil andere Seuchen gefährlicher gewesen seien. "Es wäre schade, wenn die 70 000 Jäger der Region die Möglichkeit der Jagd einbüßen würden", stellte er fest. (RIA)