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01-03-2006 Russland und die Vogelgrippe
Vogelgrippe breitet sich in Südrussland aus - Notfallübungen des Zivilschutzes
In den südrussischen Gebieten vermehren sich die Anzeichen einer Infektion mit dem gefährlichen Virus H5N1. Gestrige Berichte über den Ausbruch der Newcastle-Krankheit bei Hausgeflügel in der Region Krasnodar sind inzwischen korrigiert worden. Die Regionalverwaltung für innere Angelegenheiten hat inzwischen mitgeteilt, dass erneute Labortests den Befund von Vogelgrippe in der Geflügelfarm "Tiflis", 124 Kilometer vom Verwaltungszentrum Krasnodar entfernt, bestätigt haben. Der Bestand des Agrarbetriebes beläuft sich dort insgesamt auf 300 000 Hühner. Davon sind vom 20. bis 23. Februar 24 000 Tiere verendet.

In der nordkaukasischen Republik Kabardino-Balkarien wurden in vier Landkreisen Fälle von Vogelgrippe festgestellt, von denen laut Regionalverwaltung Süd des Zivilschutzes Wildvögel betroffen sind. Dabei handele es sich aber nicht um ein Massensterben.

In Tschetschenien haben Laboruntersuchungen ergeben, dass sich ein Schwan mit dem Virus H5N1 infiziert hatte. Veterinärdienst und Landwirtschaftsaufsicht haben über das betroffene Gebiet die Quarantäne verhängt.

Der russische Zivilschutz führt unterdessen in dem westsibirischen Gebiet Tjumen und in der fernöstlichen Region Primorje Kommandostabsübungen durch, bei denen das Zusammenwirken der verschiedenen Behörden und Notstäbe für den Fall eines Ausbruchs der Vogelgrippe durchgespielt werden. Getestet wird laut Sprecher der Behörde das einheitliche staatliche Vorwarn- und Krisenbekämpfungssystem, unter anderem unter Nutzung von Audio- und Videokonferenzen.

Dem Szenarium entsprechend, geben die Regionen Angaben über getroffene und geplante Maßnahmen durch, wobei Hausgeflügel und Wasservögel im Mittelpunkt der Beobachtungen stehen. Überprüft würden dabei aber auch Geflügelfarmen.

Vom fernöstlichen Veterinärdienst war zu erfahren, dass die Lage aber weiterhin stabil isti und kein Fall von Vogelgrippe unter Hausgeflügel oder Wildtier aufgetreten ist.

Die Behörden bereiten sich nicht zuletzt darauf vor, dass mit dem Frühjahrsflug die Vogelgrippe aus dem benachbarten China eingeschleppt werden könnte. Bereits Mitte März kehren die Zugvögel aus Überwinterungsgebieten in China und Japan zurück.

Im Gebiet Tjumen begann unterdessen wegen des bevorstehenden Frühjahrsflugs der Zugvögel die Inspektion der Geflügelfarmen, die bis zum 15. März andauern wird. Zu den betroffenen Agrarbetrieben gibt es laut Chefveterinär des Gebiets nur einen beschränkten Zugang. Noch im März sollen die Hühner und Enten in jenen Gebieten der Region geimpft werden, wo im Herbst vergangenen Jahres Fälle von Vogelgrippe aufgetreten sind. Die Regionalregierung hat zu diesem Zweck umgerechnet etwa 180 000 Euro bewilligt. (RIA)