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26-02-2006 Russland und die Vogelgrippe
Russisches Vogelgrippe-Vakzin wird bald an Menschen getestet
Das Vakzin gegen Vogelgrippe wird bis Mitte März auf Sterilität geprüft und soll anschließend an einer begrenzten Zahl von Freiwilligen getestet werden. Das sagte der staatliche Chefhygienearzt Russlands, Gennadi Onischtschenko, in einem Interview für RIA Novosti. Ihm zufolge war der Impfstoff bereits auf Immunogenität geprüft worden.

Dem Mediziner zufolge wird auf der Grundlage der Testergebnisse über die Produktion einer begrenzten Menge von Impfstoff entschieden. "Wir werden es unter feldmäßigen Bedingungen erproben, dort, wo es Krankheitsherde gibt, wo es zu direkten Kontakten zwischen Menschen und Vögeln kommt."

Der Wissenschaftler bemerkte zugleich, das Vakzin, das von russischen Wissenschaftlern aus einem in China gewonnenen Stamm entwickelt worden sei, sei kein Allheilmittel. Diese Neuentwicklung habe für das praktische Gesundheitswesen von heute keine besondere Bedeutung, sagte der Experte. Diese Arbeit ziele darauf ab, die Bereitschaft der nationalen Hersteller zur Schaffung von Vakzinen auf der Basis von Grippeviren des Typs H5 zu erhöhen.

"Auch dann wird es sich nicht um ein hochspezifisches Vakzin handeln, das wir im Falle einer Pandemie brauchen werden", so Onischtschenko.

Er rief unter anderem dazu auf, die Vakzination von Geflügel in den gefährdeten Gebieten "nicht zu fetischieren".

Der Chefhygienearzt teilte mit, dass das Nowosibirsker Labor für Monitoring der Zirkulation hochpathogener Grippeviren vom Standpunkt der materiell-technischen Ausstattung verstärkt wird. Das Labor wirkt im Rahmen des Staatlichen Forschungszentrums "Vektor" und wird zu einer subregionalen Organisation für die Länder Zentralasiens und Osteuropas.

Onischtschenko empfahl den russischen Bürgern erneut, auf den Verzehr von Hühnerfleisch nicht zu verzichten. Nach seiner Ansicht ist der zu erwartende Rückgang des Konsums von Geflügelfleisch und Eiern auch ein medizinisches Problem.

"Das Geflügelfleisch im Konsumentenkorb des russischen Bürgers spielt eine wichtige Rolle. Es ist höchst diätetisch und sehr bekömmlich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene", sagte Onischtschenko.

"Die Situation um das Vogelgrippe-Problem bedarf einer Korrektur, es muss aus der Sphäre der Wirtschaftskriege, aus der Sphäre der Destabilisierung und der Senkung der Investitionsattraktivität der Wirtschaft der einen oder anderen Länder in die medizinische Sphäre übergeleitet werden", betonte der Chefhygienearzt. (RIA)