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01-11-2004 USA - Wahl
Intrige bei Wahlen des US-Präsidenten wird bis zum letzten Moment erhalten bleiben
Die Intrige bei den heutigen Wahlen des US-Präsidenten wird bis zum letzten Moment erhalten bleiben. Diese Meinung äußerte Sergej Rogow, Direktor des Instituts für die USA und Kanada, in einem RIA-Nowosti-Interview.

In seiner Stellungnahme zum Verlauf der Wahlkampagne in den USA betonte der russische Experte, dass die drei Runden der Fernsehdebatten zwischen dem Kandidaten der Republikanischen Partei, George Bush, und dem Kandidaten der Demokratischen Partei, John Kerry, beim Ausgang der Abstimmung in den USA eine entscheidende Rolle spielen könnten. Überhaupt üben die persönlichen Treffen der Kandidaten nicht oft einen ernsthaften Einfluss auf den Wahlausgang aus. Nach Meinung des Experten hatte das direkte Gegenüber der Kandidaten seit 1960 nach den Debatten zwischen Kennedy und Nixon keine entscheidende Bedeutung mehr.

Rogow erinnerte daran, dass Bush nach dem Kongress der Republikanischen Partei auszureißen begonnen hatte, und dieser Vorsprung Ende September bei den meisten Umfragen acht bis zehn Prozent betragen hatte. Vorboten einer zerschmetternden Niederlage der Demokraten zeichneten sich ab. Doch die Debatten änderten die Situation. In der ersten Runde der Debatten trat Bush sehr schwach und Kerry sehr stark auf. Die zweite und die dritte Debatte verlief mit wechselseitigem Erfolg, obwohl Kerry jedes Mal mit einem kleinen Vorsprung siegte.

Unmittelbar vor den Wahlen glich sich die Situation aus. Einige Befragungen zeigen, dass Kerry um 1 bis 2 Prozent voraus ist, und andere, dass Busch in Führung ist. Der Direktor des Instituts stellte fest, dass der "Ausgang der Abstimmung in den USA bis zum letzten Moment unklar sein wird". Er erklärte das damit, dass in den USA ein zweistufiges Wahlsystem besteht. "Bei den vorangegangenen Wahlen hatte Bush 500 000 Wählerstimmen weniger als Gore. Aber kraft des archaischen amerikanischen Systems der Präsidentenwahlen war Gore ihm in der Zahl der Wahlmänner von den Bundesstaaten unterlegen. Heute ist die Situation mit der Zahl der Wahlmänner von den Bundesstaaten bei Bush nicht schlecht. Besser als im Jahre 2000. Deshalb wird die Intrige bis zum letzten Moment erhalten bleiben. Man darf auch eine Wiederholung des Skandals mit der Stimmenauszählung nicht ausschließen, der im Jahre 2000 ausgebrochen war", sagte Rogow zum Schluss.