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05-11-2008 USA - Wahl
Reaktionen aus Russland zu Obamas Sieg


Der russische Präsident Dmitri Medwedew hofft nach der Wahl des US-Demokraten Barack Obama auf gute Beziehungen zwischen beiden Ländern. "Wir hoffen, dass unser Partner, die neue US-Regierung, die Wahl guter Beziehungen treffen wird", sagte Medwedew am Mittwoch in Moskau in seiner Rede an die Nation, ohne Obama ausdrücklich zu nennen.




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Zuvor hatte er die USA in seiner Ansprache scharf angegriffen und Washington eine "hochnäsige" Politik vorgeworfen, die zu Georgien-Konflikt und Finanzkrise geführt habe.

"Wir haben weder Probleme mit dem amerikanischen Volk noch einen angeborenen Amerika-Hass", sagte Medwedew. "Wir hoffen, dass die unsere Partner, die neue Administration der USA, eine Wahl zugunsten vollwertiger Beziehungen mit Moskau treffen wird."

Medwedew gratuliert Obama zum Wahlsieg

Medwedew hat Barack Obama zum Sieg bei der US-Präsidentenwahl gratuliert und für die Kooperation bei der Lösung globaler Probleme plädiert. „Historisch gesehen ist das russisch-amerikanische Verhältnis ein weltweit wichtiger Stabilitätsfaktor. Bei der Lösung vieler internationaler und regionaler Probleme kommt ihm eine große oder sogar Schlüsselrolle zu“, hieß es in Medwedews Glückwunschtelegramm an Obama.

"In Russland wird die Meinung vertreten, dass eine fortschreitende Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern nicht nur in einem breiten Kreis von Fragen der internationalen Tagesordnung sondern auch beim Voranbringen des bilateralen Zusammenwirkens in allen Bereichen wichtig ist", so Medwedew. "Hier ist bereits ein immenses positives Potential gesammelt, dennoch ist es zum Wohlergehen der Völker unserer Staaten und zur Festigung von Frieden und Stabilität in der Welt noch viel zu tun", meint Präsident.

"Ich rechne mit einem konstruktiven Dialog mit Ihnen, der sich auf das Vertrauen und die Berücksichtigung der gegenseitigen Interessen stützen wird“, unterstrich Medwedew.

Russlands Finanzminister: Präsidentenwahl in den USA wird sich auf Weltwirtschaft positiv auswirken

Die Präsidentenwahl in den USA "wird sich auf die Weltwirtschaft positiv auswirken", meint der russische Finanzminister Alexej Kudrin. "Es werden neue Prinzipien in der Politik erwartet, die auf die Stabilisierung des globalen Finanzsystems gerichtet sein werden", erläuterte er. "Zweifellos sind einige objektive grundlegende Tendenzen, die sich gestaltet haben, schwer zu ändern. Dennoch bin ich mir sicher, dass Präsident Barack Obama ein neues Wirtschaftsteam haben wird, welches vieles neu bewerten und einen frischen Wind in diejenigen Beschlüsse, die derzeit die US-Administration in die Tat umsetzt, bringen wird", unterstrich Kudrin.

Grigori Karassin: "Russlands Außenamt hofft auf frische Herangehensweisen des neuen US- Präsidenten an politische Probleme"

Das Außenministerium Russlands hofft darauf, dass der neue Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, "frische Herangehensweisen" an die Politik einschließlich der Beziehungen zwischen Moskau und Washington demonstrieren wird, erklärte der stellvertretende Außenminister Grigori Karassin.

"Wir rechnen damit, dass die neue Frische in unseren Beziehungen mehr Konstruktivität auch im Sinne des Zusammenwirkens bei der Abwehr neuer Herausforderungen und Bedrohungen im 21. Jahrhundert einbringen und helfen wird, gute Beziehungen im Rahmen des Zusammenwirkens, in unseren außenpolitischen, wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten anzubahnen", sagte der Vizeaußenminister.

Militärexperte erwartet von Obama keine Korrektur der Russland-Politik

Der Sieg des Demokraten Barak Obama bei der US-Präsidentschaftswahl wird laut dem russischen Militärexperten Leonid Iwaschow keine wesentlichen Auswirkungen auf die Beziehungen mit Russland haben.

Die Raketenschirm rund um Russland und das Konzept eines globalen Schlages gehören zur US-Politik unabhängig davon, wer im Weißen Haus sitzt, sagte Generaloberst Leonid Iwaschow, Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, am Mittwoch. Nach seinen Worten werden die USA unter Präsident Obama nicht ihre ABM-Pläne für Europa aufgeben und sich weiter für eine Aufnahme Georgiens und der Ukraine in die Nato stark machen.

Das Ziel der USA bestehe weiterhin in einer technologischen und militärischen Überlegenheit, sagte Iwaschow. Er räumte ein, dass die neue Administration bei der Erreichung dieses Ziels diplomatischer und milder vorgehen würde. Die US-Politik stütze sich auf das Streben, den Aufstieg jener Staaten zu hemmen, die ihnen Konkurrenz machen können, egal ob Russland, China oder die EU, urteilte der Experte.

Shirinowski: "Es ist Zeit für Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und den USA"

Der Demokrat Barack Obama ist für Russland besser als der Republikaner John McCain. Das ist die Meinung des Chefs der Liberal- Demokratischen Partei Russlands, Wladimir Shirinowski.

Er erklärte heute: "Amerika hat für die Wende gestimmt, und jetzt kann es nur eine Wende zum Besseren geben." Seiner Auffassung nach "geschah in den letzten acht Jahren in den USA nur das Schlimmste".

Shirinowski erinnerte in diesem Kontext an die Kriege im Irak und in Afghanistan, an den Konflikt in Südossetien. "Jetzt ist es Zeit für die Normalisierung der bilateralen Beziehungen", meinte der russische Politiker.

Russlands Kommunisten: Obamas Wahlsieg bedeutet Ablehnung von Bush-Politik

Nach Ansicht des russischen Kommunistenführer Gennadi Sjuganow haben die US-Wähler mit ihrer Unterstützung für Barack Obama gezeigt, dass sie die Politik von George W. Bush ablehnen. Wie Sjuganow betonte, müsste Russland nun die ersten Schritte des neuen US-Präsidenten abwarten, um eine richtige Politik zu gestalten.

"Obama steht vor einer komplizierten Aufgabe: Er muss etwas Neues anbieten", stellte Sjuganow fest. "Er hat zwar die bisherige Politik recht gut kritisiert, neue Entscheidungen sind aber vorerst nicht in Sicht." Für Russland gebe es keinen großen Unterschied, wer der US-Präsident ist, weil dieser seine Politik im Interesse der herrschenden Klasse seines Landes gestalte, äußerte der KP-Chef.

Nach einer Prognose zur Entwicklung der Situation um den US-Raketenschild in Europa gefragt, erklärte Sjuganow: "Hier ist ein Kampf erforderlich, wir brauchen keine fremden Raketen bei uns vor der Tür, wir müssen eine Politik der Festigung unseres Landes umsetzen." Zugleich wollte er keine Prognose dazu geben, wie sich die amerikanische Seite in dieser Frage weiter verhalten wird.

Abschließend betonte der KP-Chef, dass Russland von den USA hinsichtlich der Durchführung von Wahlkampagnen einiges lernen kann.

Um 08:00 Moskauer Zeit bekam Obama Unterstützung von 338 Wahlmännerstimmen und wurde damit zum 44. US-Präsidenten. Sein demokratischer Rivale, Senator John McCain, kam auf 156 Stimmen.[ russland.RU ]