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18-11-2004 USA - Wahl
Experten aus Russland kommentieren Ernennung von Condoleezza Rice zur US-Außenministerin
Die Berufung von Condoleezza Rice zur US-Außenministerin wird auf keine „radikalen Änderungen in der amerikanischen Politik gegenüber Russland" hinauslaufen. Das sagte gegenüber RIA Nowosti der Chef des auswärtigen Ausschusses der russischen Staatsduma, Konstantin Kossatschow.

In den vergangenen Jahren habe Rice den Kurs der Regierung George W. Bush gegenüber Moskau maßgebend bestimmt.

Auch der neue US-Sicherheitsberater Steve Hadley, der bisher als Stellvertreter von Rice agierte, war laut Kossatschow in den Dialog zwischen Russland und den USA aktiv eingebunden. „Somit wird die Kontinuität der US-Außenpolitik gegenüber Russland gewährleistet."

Im allgemeinen werde das amerikanische Außenministerium unter Rice jedoch eine härtere Politik im Vergleich zu früher betreiben. „Unter Condoleezza Rice, die durch ihre radikale und resolute Einstellung bekannt ist, wird die US-Außenpolitik entschiedener und offensiver sein."

„Man kann sagen, dass Rice eine neue Ausgabe von Madeleine Albright in republikanischer Fassung ist", so Kossatschow.

Der „Rodina"-Fraktionschef Dmitri Rogosin erwartet „keine Überraschungen" vom Personalwechsel an der Spitze der US-Diplomatie. Rogosin sagte, er kenne Rice, und bezeichnete sie als „pragmatisch" und „berechenbar". Rice sei für Russland eine Partnerin, wenn diese Partnerschaft auch „schwierig" sei.

Der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für GUS-Angelegenheiten, Andrej Kokoschin, sagte gegenüber RIA Nowosti, die Ernennung von Rice zur Außenministerin ändere nicht den Inhalt, sondern eher den Stil der US-Diplomatie. „Die amerikanische Diplomatie wird heute mit extrem komplizierten Aufgaben konfrontiert, für deren Lösung unter anderem die Außenministerin zuständig sein wird." Eine dominierende Rolle bei diesen Aufgaben spielt laut Kokoschin die „politische und diplomatische Regelung des Irak-Problems, die ohne entsprechende Beteiligung der internationalen Gemeinschaft unmöglich ist". (RIA)