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16-11-2004 USA - Wahl
Experte prognostiziert Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und USA
Der Personalwechsel in der Bush-Regierung wird negative Einwirkungen auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA haben. Diese Meinung äußerte gegenüber RIA Nowosti der stellvertretende Direktor des Instituts für die USA und Kanada, Viktor Kremenjuk.

Falls der Westen meine, dass Russland die Demokratie nicht stärken wolle, werde Washington seine Politik gegenüber Moskau härter gestalten. Dann würden Forderungen gegen Russland weiter erhöht, obwohl sie ohnehin hoch gewesen seien, und die Unnachgiebigkeit der USA nehme zu.

„Ich sehe keinen Grund für optimistische Behauptungen, unter Republikanern falle es Russland leichter, seine Beziehungen mit den USA zu gestalten. Während der zweiten Amtszeit werden wir einen ganz anderen Bush erleben, denn er braucht sich nicht mehr darum zu bemühen, den Wählern zu gefallen. Er wird nun riskantere Handlungen wagen. Wir werden mit einem Bush zu tun haben, der ein globales Imperium aufbaut, wo die USA die wichtigsten Entscheidungen treffen und höhere Forderungen an ihre Verbündeten und andere Staaten stellen. Eine Phase schwerer und komplizierter Beziehungen zwischen Russland und den USA steht bevor. Vielleicht tritt Colin Powell gerade aus diesem Grund zurück", so Kremenjuk.

Powells Rücktritt zeuge davon, dass die künftige US-Außenpolitik Gestalt annehme und der Außenminister diesen neuen Kurs für unvertretbar halte. „Vorerst ist es schwierig, endgültige Schlussfolgerungen über die künftige US-Außenpolitik zu ziehen. Der amerikanische Kurs scheint aber härter zu werden. Diese Politik kann dabei stark ideologisiert werden", so Kremenjuk weiter.

Powell sei ein „disziplinierter und talentierter" Politiker. Er sei aber mit der bisherigen und erst recht mit der künftigen Politik von Präsident Bush nicht zufrieden gewesen. Nicht zufällig sei längst vor der US-Präsidentenwahl um Powells Rücktritt spekuliert worden.

Die erwartete Ernennung der heutigen US-Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice zur Außenministerin „lässt sich völlig in den neuen Kurs von George W. Bush einbetten", meinte Kremenjuk. (RIA)