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05-11-2004 USA - Wahl
Russische Experten kommentieren im Zusammenhang mit Bushs Sieg den heftigen Preisanstieg beim Erdöl
Im Zusammenhang mit George Bushs Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in den USA sind die Erdölpreise steil nach oben gegangen. So stieg der Dezember-Future für die Marke WTI um 2,54 Prozent auf 50,88 US-Dollar pro Barrel und für die Marke Brent um 2,17 Prozent auf 47,56 US-Dollar pro Barrel.

Jewgenij Suworow von der Bank Zenit stellt fest, dass eines der Wahlversprechen des unterlegenen Kandidaten der Demokratischen Partei, John Kerry, neben der Einleitung einer liberaleren Politik im Nahen Osten, die Absicht war, die Erdölreserven des Landes aufzulösen, um auf diese Weise den Preisanstieg für Erdölprodukte auf dem Binnenmarkt zu stoppen.

Suworow verwies darauf, dass der Wahlsieg Bushs innen- und außenpolitische Stabilität für die nächsten vier Jahre bedeutet. "Es waren schon Erklärungen der Administration zu vernehmen, wonach beabsichtigt wird, die strategischen Reserven des Landes um 30 Millionen Barrel aufzustocken und sie auf diese Weise bis zur maximalen Obergrenze von 700 Millionen Barrel Erdöl anzuheben", so stellte er fest.

Vor dem Hintergrund des Wahlsieges blieben die Statistiken der EIA (Energy Information Administration der USA) und der API (American Petroleum Institute) zu den Erdölreserven der USA unterbelichtet.

Laut Angaben der EIA stiegen die Reserven im Verlauf der 44. Kalenderwoche um 6,3 Millionen Barrel auf 289,7 Millionen Barrel, wohingegen die Fachwelt nur mit einer Erhöhung um 2,2 Millionen Barrel gerechnet hatte. Den Angaben der API zufolge fiel der Anstieg wesentlich höher aus - 7,8 Millionen Barrel.

Die Experten der russischen Finanzgruppe Zerich meinen, dass die Angaben zu den Erdölreserven in den USA einen scharfen örtlichen Kurseinbruch in der Größenordnung von 1 US-Dollar bewirkt haben, doch dann kletterten die Preise wieder auf das vorangegangene Niveau. Den Optimismus der Player auf dem Erdölmarkt bringen die Experten eindeutig mit Bushs Wahlsieg in Zusammenhang.

In Kommentaren zu den Plänen des Weißen Hauses, die strategischen Reserven der USA im Jahre 2005 auf 700 Millionen Barrel Erdöl aufzustocken, erinnern die Experten an Prognosen für den Anstieg der strategischen Reserven "fast auf 1 Milliarde Barrel". "Außerdem heizt die aggressive Politik von Bush im Nahen Osten die Spekulationen in Richtung einer Aufwärtsbewegung der Notierungen an", erläutern die Experten von Zerich die Stimmung im Erdölgeschäft. (RIA)