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04-11-2004 USA - Wahl
Der Kampf gegen den Terrorismus hat bei den USA-Wahlen die entscheidende Rolle gespielt, so ein Experte
Der Kampf gegen den Terrorismus hat bei den USA-Präsidentschaftswahlen die dominierende Rolle gespielt, meinte der russische Experte Sergej Rogow, Direktor des Russischen Institutes für USA und Kanada.

"Die Wahlkampagne in den USA zeichnete sich durch die wichtige Rolle des Kampfes gegen den Terrorismus aus. Die Langzeitwirkung des Anschlages vom 11. September 2001 hat das Wahlergebnis bestimmt", sagte Rogow.

Laut Rogow hat sich Irak wegen der amerikanischen Besetzung in ein Terrorzentrum verwandelt. "Das irakische Problem trägt große Bedeutung und kann mit dem Problem Vietnam verglichen werden", sagte Rogow.

Er bemerkte, dass Bushs Wahlsieg durch zwei Faktoren bestimmt wurde: Die Konsolidierung der Gesellschaft angesichts der Kampfhandlungen in Irak und der allgemeine Aufschwung der amerikanischen Wirtschaft.

Gleichzeitg bemerkte der Politik-Experte, dass die Stimmung der Gesellschaft krass umschlagen kann, wenn der Krieg weiter andauert.

Rogow schloss die Möglichkeit aus, dass die Bush-Administration Russland in die Kampfhandlungen in Irak einbeziehen will.

"Ich habe Zweifel, dass Washington Russland direkt in den Irak-Krieg verwickeln will, das hängt sowohl mit politischen als auch mit wirtschaftlichen Gründen zusammen", sagte Rogow. "Außerdem verspürt Russland nicht den leisesten Wunsch, seine Truppen dorthin zu entsenden", fügte der Politologe hinzu.

"Die USA sind daran interessiert, dass Russland sie bei der Durchführung ihrer Politik in Irak nicht behindert, doch haben sie auch daran Interesse, einen Teil der mit Irak verbundenen Probleme auf internationale Organisationen wie die UNO abzuwälzen", meint Rogow.

Er ging auf die weitere Entwicklung in den USA ein und sagte, dass Prognosen erst im Dezember oder Januar möglich sein werden, wenn die neue Administration berufen ist.

Dabei nannte Rogow das amerikanische Wahlsystem und die Art der Berufung für hohe staatliche Posten archaisch.

"Dieses System ist in den Augen der ganzen Welt für Amerika eine Schande, doch ich habe Zweifel, dass eine entsprechende Reform durchgeführt werden wird, weil es dazu einer Verfassungsänderung bedarf", sagte zum Schluss der russische Politologe. (RIA)