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04-11-2004 USA - Wahl
Kommt eine Abkühlung in den russisch-amerikanischen Beziehungen?
Lilija Schewzowa, Mitglied des Wissenschaftlichen Rates des Moskauer Carnegie-Zentrums, ist der Meinung, dass im Verhältnis Russland - USA eine Periode der Erkaltung eintreten könne. Das sagte sie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Moskau.

Man könne, führte Frau Schewzowa aus, "eine ernsthafte Erkaltung der russisch-amerikanischen Beziehungen erwarten, und zwar nach Maßgabe dessen, wie sich das Jahr 2008, d. h. das Ende des Aufenthalts von Präsident Bush an der Macht, nähern wird".

"Ich erwarte keine Krise in unseren Beziehungen, doch werden sie sich in einem ständigen Zyklus bald einer Erkaltung, bald einer Erwärmung befinden und darauf beruhen, gegen wen wir jeweils Freundschaft halten, das aber macht sie sehr instabil", sagte Lilija Schewzowa.

"Im Zuge seiner zweiten Amtszeit als Präsident wird Bush darüber nachdenken, wie er sich aus den Problemen herausarbeiten soll, die er während seiner ersten Amtszeit als Präsident geschaffen hat: Ich meine Irak, die Konsolidierung Amerikas, das jetzt gespalten ist, und die Frage, was mit der Republikanischen Partei selbst zu tun sei", sagte Lilija Schewzowa.

"Es würde mich nicht wundern, wenn Bush, der für viele ein Terminatorpräsident ist, sich darum bemühen wird, sich in einer neuen Rolle - der eines konsolidierenden Präsidenten - auszuprobieren", meinte die Expertin.

Dmitri Trenin, stellvertretender Direktor des Zentrums, vertrat auf der Pressekonferenz die Auffassung, Russland werde nach wie vor ein wichtiger Partner der USA im Kampf gegen den Terrorismus und die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen sein. Zugleich werde die Bedeutung Russlands als Partner der USA nicht groß sein und wohl kaum wachsen.

Seiner Ansicht nach werde sich die Bush-Administration vor allem mit Fragen der Innenpolitik der USA beschäftigen: "Die Wirtschaftssituation in den USA ruft berechtigte Besorgnis hervor, und die realen Fragen, mit denen sich die Bush-Regierung befassen wird, werden Wirtschaftsfragen sein."

Über die Außenpolitik der USA sagte der Experte, am wichtigsten in diesem Bereich werde die Prüfung der mit Irak und Afghanistan verbundenen Probleme sowie die weitere Bekämpfung des Terrorismus und der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen sein. (RIA)