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26-10-2004 USA - Wahl
Für Russland wäre Bush als zukünftiger USA-Präsident lieber als Kerry
52 Prozent der Bürger Russlands würden laut Umfragen eine Wiederwahl Bushs als USA-Präsident begrüßen, berichtet die „Iswestija" am Dienstag. Dies ist die höchste Kennziffer unter den zehn Staaten, in denen die Umfragen vorgenommen wurden. Die Finanzanalytiker bewerten diese Wahl als rational, weil die Figur Bushs dem russischen Unternehmertum und der russischen Gesellschaft höhere Dividenden verspricht.

„Die Unterstützung für Bush durch Russlands Bürger ist von reinem politischem Pragmatismus begründet: Die komplizierten Beziehungen der USA mit Europa erleichtern für Russland Verhandlungen mit der Alten Welt, während die Spannungen zwischen Amerika und der VR China (Bush begrüßt die „unversöhnliche" Haltung bei der Unterstützung der Souveränität Taiwans) diese diplomatische Linie günstiger machen.

Zugleich stecken hinter weitreichenden geopolitischen Plänen durchaus konkrete wirtschaftliche Interessen des russischen Unternehmertums. Experten der Investmentgesellschaft Renaissance Capital sind der Auffassung, dass ein Sieg Bushs der russischen Hüttenindustrie, der Energiewirtschaft, den Anbietern alternativer und mobiler Telekommunikationssysteme, den Fluggesellschaften und Reedereien sowie Mineraldüngerproduzenten große Vorteile versprechen würde.

Nach Ansicht von Erik Kraus, Analytiker der Investmentgesellschaft Sovlink, wäre eine Wiederwahl Bushs für Russland vorteilhafter, weil eine der Folgen seiner Politik in einem rapiden Anstieg der Ölpreise bestehe.

An einem Sieg Kerrys wären nach Ansicht der Gesellschaft Renaissance Capital russische Anbieter der Festnetz-Telekommunikationssysteme, Waffenexporteure und die Ölgesellschaft Lukoil interessiert.

Der Vorteil für das russische Festnetz ist auf die Verhärtung der Anforderungen der Republikaner-Administration hinsichtlich einer Demonopolisierung des russischen Fernmeldewesens im Vorfeld des WTO-Beitritts zurückzuführen. Russische Waffenexporteure sehen eine potentielle Chance darin, dass Kerry mehr gewillt ist, die Meinung anderer Länder bei der Herstellung der Weltordnung zu berücksichtigen. Lukoil könnte auch mit einer wohlwollenden Haltung zu Irak-Projekten des Ölunternehmens rechnen, denen die einseitige Weltanschauung der Republikaner geschadet hat, schreibt das Blatt. (RIA)