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02-11-2004 USA - Wahl
Was ist besser für Russland - ein Sieg Bushs oder ein Sieg Kerrys?
Amerikanische und russische Experten beantworten am Dienstag in der Zeitung „Wremja nowostej" die Frage, wessen Sieg - Bushs oder Kerrys - bei den Präsidentenwahlen in den USA für Russland vorteilhafter wäre.

Eduard Losanski, Präsident der Amerikanischen Universität in Moskau: Wenn im Frieden die Wirtschaft das Wichtigste ist, so ist es in der Kriegszeit die Sicherheit. Bush ist als Russlands Verbündeter im Kampf gegen den Terrorismus besser als Kerry. Die Einstellung des Bush-Teams - Cheney, Rumsfeld und Rice - gegenüber Russland ist besser als die der Kerry-Mannschaft, in der Albright, Halbrooke sowie Vater und Sohn Brzezinski dominieren würden. Im Kerry-Team gibt es Leute, die aus Osteuropa stammen und die ihre Gekränktheit aus den Zeiten des Kalten Krieges nicht überwunden haben. Die Demokraten-Administration ist in Bezug auf Russland stärker ideologisiert und weniger pragmatisch. Sie wird Moskau auf dessen Mängel hinweisen. Natürlich gibt es genug Mängel, wenn aber eine Gefahr droht, ist es dumm, vom Verbündeten zu fordern, der soll ein idealer Demokrat sein. Dabei müssen Russland und die USA Verbündete bleiben, insbesondere während des Krieges gegen den Terror, der beide Länder gleichermaßen bedroht. Unter Bush wird diese Zusammenarbeit enger sein.

Ira Strauss, der amerikanische Koordinator der nichtstaatlichen Organisation „Komitee für Osteuropa und Russland in der NATO": Beide Administrationen werden die Politik der Partnerschaft mit Russland fortsetzen. Der Unterschied wird nur stilistisch sein. Beide Administrationen werden sich besser zu Russland verhalten als die Russen es befürchten, aber schlechter als es hätte sein sollen. Unter Demokraten wird es mehr Lärm um die Menschenrechte geben. Dabei haben solche Mitglieder des Demokraten-Teams wie Halbrook, Sestanovic und Talbott bewiesen, dass sie mit Russland arbeiten können.

Greg Guroff, Mitarbeiter des Zentrums für postsowjetische Forschungen undKulturattache der USA-Botschaft in Moskau in den 80er Jahren: Das größte außenpolitische Problem der USA sind Irak und die islamische Welt insgesamt. Natürlich gibt es Interesse beispielsweise auch für Weißrussland, wo Menschenrechte verletzt werden. Wir sind aber wohl kaum bereit, in dieser Hinsicht etwas zu unternehmen. Natürlich werden wir großen Lärm machen und diverse Emissäre dorthin entsenden, aber auch nicht mehr. Deshalb wäre eine demokratische Administration besser für Russland als das jetzige Team, dessen Ziel in der Gewährleistung der amerikanischen militärischen Präsenz in der ganzen Welt besteht. (RIA)