Ukraine ehrt Pogrom-Verantwortungsverdächtigen

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[Peter Mühlbauer] Debatte um Symon Petliura, Stepan Bandera und Roman Schuchewytsch.

Am 25. Mai unterbrach das öffentlich-rechtliche Fernsehen der Ukraine seine Sendungen für eine Minute und strahlte während dieser Zeit die Aufnahme einer brennenden Kerze aus. Anlass der Unterbrechung war keine technische Störung, sondern ein öffentliches Gedenken an den ukrainischen Nationalisten, ehemaligen Kriegsminister und Präsidenten Symon Petliura, der vor 90. Jahren im Pariser Exil von einem Anarchisten erschossen wurde.

Dieser Anarchist – Scholom Schwartzbard – wurde daraufhin zwar vor Gericht gestellt, aber nicht verurteilt. Grund dafür war, dass Schwartzbards Verteidiger Henri Torrés erfolgreich argumentierte, sein Mandant habe die Tat nicht etwa als russischer Agent, oder aus anderen niederen Motiven begangen, sondern um fünfzehn Familienangehörige zu rächen, die bei Pogromen ums Leben kamen.

Für diese Pogrome, bei denen insgesamt 35.000 bis 60.000 Juden ermordet wurden, machte nicht nur Schwartzbard Petljura verantwortlich.

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