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22-08-2005 Strategiedebatte Russland
China wird langfristig doch zur Supermacht aufsteigen
Von Alexander Rahr

Ich bedanke mich bei Kai Ehlers für den vorzüglichen Kommentar zu meinem Interview. Er hat mich richtig verstanden.


Mit meinen Aussagen wollte ich zunächst eine strategische Debatte anregen, ja provozieren, die es aus meiner Sicht im Westen nicht gibt, die auch niemanden ernsthaft interessiert.



Dabei ist die „Europäisierung“ des Ostens Europas oder die Rolle Rußlands als Scharnier zwischen Asien-Islam einerseits und EU-Europa andererseits von größter Brisanz. Aber Außenpolitik fasziniert hierzulande offenbar niemanden.

bei russland.RU
Strategiedebatte Russland - Im Eurasischen Magazin wurde damit begonnen, über die Zukunft Rußlands und der EU zu debattieren. Ausgangspunkt war das Interview mit Alexander Rahr „Putin ist kein Diktator“. russland.RU bringt die Beiträge in einem Schwerpunkt.
Ich persönlich glaube, daß China langfristig doch Supermacht werden wird. Die Migration nach Rußland findet statt, nur hat Moskau Angst, dies publik zu machen. China führt auch schon erste Manöver in Zentralasien durch. Aber diese Art von Glauben ist natürlich noch kein Wissen. Ich sehe langfristig keine neue Supermachtrolle für Rußland. Die Eliten sind im Rausch des Raubkapitalismus, jeder in Rußland denkt nur an sich, der KGB scheint sich zur neuen Oligarchenkaste aufzuschwingen. Die rigorose Ausplünderung der russischen Bodenschätze 1990-2020 wird leider eine der größten Tragödien der russischen Geschichte werden. Ich befürchte, daß Rußland unter den von mir aufgezählten Aspekten wirklich keine andere Wahl haben wird (unter einem Politiker nach Putin), um Schutz vor sich selbst und den äußeren Gefahren zu finden, als eine Vereinigung mit einem Europa zu suchen, das dann kein EU-Europa nach dem heutigen Werte-Modell mehr sein wird.