Sich ändernde Befindlichkeiten zwischen Deutschen und Russen

Berliner Bäre (links) und russischer Bär "Mischa" Foto David Herrmann

Das Verhältnis der Russen und der Deutschen war schon immer ein besonderes. Die Befindlichkeiten schwankten und schwanken zwischen überschwänglicher Freude und Zuneigung über Unverständnis bis hin zu Ablehnung, ja Hass. Zwischen keinem anderen Land und Russland waren und sind die Befindlichkeiten so emotional und innig – sowohl im Positiven wie im Negativen. Russland, das russischen Zarentum und die deutschen Fürstentümer und später Deutschland waren so eng miteinander verknüpft, dass die letzten Zaren fast keinen Tropfen russischen Blutes mehr in sich hatten, die Sprache der Gelehrten an der Sankt Petersburger Akademie der Wissenschaften bis Mitte des 18. Jahrhunderts Deutsch war und es in keiner anderen Sprache so viele deutsche Wörter gibt wie in der russischen. Und russische Menschen sind deutschen sehr zugetan – oft werden sie mit derartig freundlichen Attributen versehen, dass man verlegen wird.

Auch wenn in der DDR das Verhältnis der DDR-Deutschen zu „den“ Russen ein zwiespältiges war – einmal da die bedauernswerten Soldaten in der DDR, die vielen Freundschaften mit Russen in Russland und andererseits die Politik – es war ein emotionales.

Nicht zuletzt durch die seit Jahren – eigentlich Jahrzehnten – amerikanophile Berichterstattung der deutschen Medien, die ein einseitig gefärbtes Bild auf die stattfindenden Ereignisse vermitteln, beginnt sich – oder hat sich schon – die euphorische Aufbruchstimmung der 1990er Jahre gelegt und teilweise in das Gegenteil verkehrt, was geopolitisch gewollt war – wie US-Politiker auch unverhohlen mündlich und schriftlich verkünden. (Eigentlich ist es erstaunlich – und das muss seine Gründe haben –, dass Deutsche Russen nicht längst hassen.)

Torsten Hampel vom Tagesspiegel hat mit einem, der die Auswirkungen des aktuellen Geschehens ganz besonders empfindet, gesprochen und die Situation in einer zweiteiligen Reportage dargelegt.