Russland wendet sich ab

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Die zu Ende gehende Reise des russischen Premierministers Dimitri Medwedjew nach Thailand und Vietnam hat zunächst einmal symbolische Bedeutung.

Sie ist ein Schritt im Rahmen der vielbeschworenen Verlagerung des russischen politischen Schwerpunkts von Europa nach Asien (“pivot to Asia”). Auch wenn es nicht zur Unterzeichnung bahnbrechender Vereinbarungen kam, unterstreicht der Besuch der russischen Nummer zwei, dass Asien aus Moskauer Sicht mehr ist als nur China.

Das russische Handelsvolumen mit beiden Ländern ist gering: Mit Thailand sind es so gut wie zehn Mrd US-Dollar, mit Vietnam wird diese Summe in den kommenden Jahren angestrebt. Wichtiger sind die politischen Implikationen. Thailand fühlt sich seit der Machtübernahme des Militärs im vergangenen Jahr vom Westen abgesnobt. Eine solche Gelegenheit lässt Moskau nicht aus. Vietnam wird zwar vom Westen umworben, doch in der uralten Konkurrenz mit dem ewig überlegenen Rivalen China kommt den Politikern in Hanoi jede externe Unterstützung nur recht.

Das Südchinesische Meer, von wachsenden Spannungen um Hoheitsrechte gekennzeichnet, gilt Experten heute schon als einer der wahrscheinlichsten Schauplätze des nächsten größeren Krieges. Sogar mit dem Bau künstlicher Inseln versucht China sein Anrecht auf Territorien zu untermauern, die gleichzeitig auch von den Philippinen, von Indonesien und von Vietnam beansprucht werden.

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