Russland hält die Entscheidung des IWF für gefährlich

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Im Kreml hält man die neue Entscheidung, Kredite auch an Länder zu vergeben, die überfällige Staatsschulden haben, für extrem gefährlich. Die Entscheidung, die am Dienstag im Hinblick auf die Ukraine getroffen wurde, sei ein gefährlicher Präzedenzfall und man werde die möglichen Folgen dieser Entscheidung sorgfältig analysieren, sagte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch.

„Dieser Präzedenzfall ist für uns natürlich sehr unerwünscht und aus unserer Sicht für die internationale Praxis sehr gefährlich, weil es – deutlich gesagt – ein Präzedenzfall dafür ist, dass ein Staat seine Schulden nicht bezahlt. Die Frage ist, was weiter geschehen wird“, fragte der Pressesprecher des Präsidenten.

Natürlich werde die Ukraine in eine Verzugssituation kommen und Russland werde gerichtlich vorgehen, sagte Russlands Minister für Wirtschaftsentwicklung Alexey Uljukajew. Und die Entscheidung des IWF in Bezug auf die Schulden der Ukraine werde zu einem Problem für den globalen Markt für Staatsanleihen im Allgemeinen werden.

Die Entscheidung wurde auf der IWF-Vorstandssitzung am Dienstag getroffen: „Der Vorstand des IWF hat sich heute getroffen und beschlossen, die derzeitige Politik der Nicht-Duldung von Zahlungsrückständen gegenüber öffentlichen Gläubigern zu ändern“, sagte IWF-Chef-Sprecher Gerry Rice. „Details über den Umfang und die Gründe für diese Änderung der Politik werden wir in den nächsten Tag mitteilen.“

Diese Entscheidung bedeutet, dass der IWF sein Antikrisenprogramm mit der Ukraine weiterführen will, auch wenn die Ukraine ihre Schulden bei Russland nicht bezahlt.

Das russische Direktorat im IWF stimmte gegen die Entscheidung des Vorstandes.
(hmw)russland.ru)