Beim Aufbau der russischen Satellitenkonstellation Rasswet sind technische Probleme aufgetreten. Von 16 Satelliten, die am 19. Juli vom Kosmodrom Plessezk gestartet wurden, hatte bis Ende August keiner die erwartete Umlaufbahnhöhe von etwa 550 Kilometern erreicht.
Das geht aus öffentlich zugänglichen Bahndaten hervor, auf die sich das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) beruft. Viele der Satelliten bewegen sich demnach weiterhin in Höhen zwischen 300 und 400 Kilometern. Einige verlieren bereits wieder an Höhe; mindestens zwei könnten in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen.
Der Start selbst war insofern erfolgreich, als die Trägerrakete alle 16 Satelliten im Weltraum aussetzte. Probleme gibt es offenbar beim anschließenden Anheben und Stabilisieren ihrer Umlaufbahnen. Satelliten in niedrigerer Höhe sind einem stärkeren atmosphärischen Widerstand ausgesetzt. Sie müssen mehr Treibstoff für Bahnkorrekturen verbrauchen und haben deshalb voraussichtlich eine kürzere Lebensdauer. Eine offizielle Erklärung des Betreibers liegt bislang nicht vor.
Bereits die erste Serie von 16 Satelliten, die im März 2026 gestartet worden war, erreichte nur teilweise die vorgesehene Umlaufbahn. Nach Angaben von The Bell befinden sich derzeit zwölf dieser Satelliten auf einer stabilen Arbeitshöhe. Damit haben bislang zwölf von insgesamt 32 im Jahr 2026 gestarteten Apparaten die angestrebte Umlaufbahn erreicht.
Entwickelt wird Rasswet vom Moskauer Unternehmen Büro 1440, das zum IT- und Telekommunikationskonzern ICS Holding gehört. Das geplante Netzwerk soll schnelle Datenverbindungen über Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn ermöglichen. Russische Regierungsvertreter, darunter Digitalminister Maksut Schadajew und Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow, haben das Projekt wiederholt mit dem Starlink-System des US-Unternehmens SpaceX verglichen.
Ein direkter Vergleich ist bislang jedoch nur eingeschränkt möglich. Starlink verfügt über mehr als 10.000 Satelliten, während sich Rasswet noch in der Aufbauphase befindet. Für eine weitgehend kontinuierliche Versorgung Russlands wären mehrere hundert Satelliten erforderlich. Nach früheren Planungen sollte die Konstellation bis 2027 auf knapp 300 und bis 2035 auf mehr als 900 Apparate anwachsen.
Das Satellitennetz ist zunächst für zivile Breitbandverbindungen vorgesehen, könnte jedoch ebenso für militärische Kommunikation und die Steuerung von Drohnen genutzt werden. Die bereits funktionierenden Satelliten ermöglichen bislang nur zeitlich begrenzte Verbindungen. Die Probleme der zweiten Serie dürften den Aufbau einer flächendeckenden Versorgung verzögern, bedeuten aber nicht, dass das gesamte Projekt gescheitert ist.

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