Roskosmos-Chef über verhafteten Berater Safronow: „Bleibt bis zum Beweis des Gegenteils mein Berater!“Dmitri Rogosin, Chef von Roskosmos

Roskosmos-Chef über verhafteten Berater Safronow: „Bleibt bis zum Beweis des Gegenteils mein Berater!“

Dmitri Rogosin, der Chef von Roskosmos, sprach zum ersten Mal ausführlich über den Fall von Iwan Safronow, dem ehemaligen Journalisten von Kommersant und Wedomosti, der am 7. Juli wegen Hochverrats inhaftiert wurde.

Der Journalist war kurz davor als Berater von Rogosin eingestellt worden. Dessen Beratergruppe besteht aus ungefähr 20 hochrangigen Spezialisten aus verschiedenen Disziplinen – darunter Konstrukteure, Anwälte, Ökonomen und IT-Spezialisten.

In einem Interview berichtete Rogosin, die Inhaftierung von Safronow habe die Zentrale von Roskosmos schockiert. Man habe ohne Vorwarnung davon zuerst aus den Medien erfahren. Rogosins erste Reaktion war Überraschung, da jede Person, die bei Roskosmos eingestellt wird, einer gründlichen Überprüfung unterliegt. Safronow durfte nicht auf Verschlusssachen zugreifen, seine Aufgabe war es, mit Journalisten und der Fachwelt zusammenzuarbeiten. Er bestand den Check, den besonders die durchlaufen, die in engem Kontakt mit dem Generaldirektor stehen.

Rogosin glaubt nicht an Safronows Schuld  und hofft, dass das Gericht ihn freispricht. Iwan ist ein sehr informierter Journalist, er hatte ausgezeichnete Quellen, die er nie preisgab. Als Korrespondent verhielt sich Safronow immer korrekt, die Veröffentlichungen des Journalisten ärgerten einige Beamte, aber seine Pläne waren definitiv nicht, „den Interessen Russlands zu schaden“.

Rogosin wurde 2012 auf Safranow aufmerksam, als in der Zeitung Kommersant, für die Safronow zu dieser Zeit arbeitete, nach seinem Eintritt in die Regierung als stellvertretender Ministerpräsident kritische Veröffentlichungen über ihn erschienen. Rogosin unterstellte Safronow keine böswilligen Absichten, er habe wohl den Befehl erhalten ihn zu diskreditieren. Der Roskosmos-Chef schlug ein Gespräch vor, Safranow kam. „Wir trafen uns, unterhielten uns, woraufhin die Distanz in der Beziehung aufrechterhalten wurde, dennoch erkannte ich sofort Safronows hohe Professionalität.“

Dann stellte sich heraus, dass General Wladimir Popowkin, damals Chef von Roskosmos, Iwan genau kannte, sie waren fast Verwandte. Bei einem Unfall im Juli 2013 in Baikonur erlitt Popowkin Verletzungen, von deren Folgen er sich nicht erholen sollte. Einem Monat vor seinem Tod im Juni 2014 habe er Rogosin gebeten, Iwan zu helfen: „Der Typ ist jung, unerfahren, stolpert oft über Konflikte. Pass auf ihn auf.“ Es war der Wille eines Sterbenden, an den er sich immer erinnert habe. Durch seinen Pressesprecher habe Rogosin Iwan mehrmals von Veröffentlichungen abgehalten, die seiner Meinung nach schädlich sein könnten. Es ging um sensible Themen, aber nicht um Verschlusssachen.

Ob er eine Petition zur Unterstützung von Safranow unterschreiben würde, bejahte Rogosin indirekt: „Ich würde die Aussichten auf eine solche Unterstützung begrüßen, obwohl ich ehrlich gesagt bezweifle, dass sie nützlich sein wird.“ Persönlichen Kontakt gäbe es keinen, „aber unsere Anwälte pflegen Beziehungen zu denen von Safronow“.

Da Safranow bis zum Beweis des Gegenteils eine Person bleibt, die „Recht, Ehre und Würde“ verdient, bleibt er bis zum „hoffentlich entlastenden“ Gerichtsurteil Rogosins Berater.

[hrsg/russland.NEWS]

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