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03-03-2006 Russland und der Vatikan
Breschnew soll hinter Attentat auf Johannes Paul II. gestanden haben
Hinter dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. stand nach Einschätzung eines italienischen Untersuchungsausschusses die Sowjetunion. Der damalige sowjetische Staatschef Leonid Breschnew habe die Ermordung des Oberhaupts der katholischen Kirche 1981 angeordnet, heißt es in dem Bericht des Parlamentsausschusses, aus dem der Senator Paolo Guzzanti am Donnerstag vorab zitierte.

Der Türke Ali Agca hatte am 13. Mai 1981 auf Johannes Paul geschossen und ihn lebensgefährlich verletzt. Der italienische Untersuchungsbericht soll kommende Woche von dem Ausschuss verabschiedet werden. Der russische Geheimdienst wies die Vorwürfe als "total absurd" zurück.

Breschnew habe seine Entscheidung dem sowjetischen Militärgeheimdienst (GRU) mitgeteilt, der sich um die Ausführung kümmern sollte, sagte Guzzanti weiter. Der bulgarische Geheimdienst, der schon früher hinter der Tat vermutet wurde, sei eine Art "Deckmantel" gewesen, die DDR-Stasi habe den Auftrag gehabt, für "Desinformation" zu sorgen. Bereits 1986 hatten drei Bulgaren und drei Türken in Italien vor Gericht gestanden, eine Verbindung zu Agca konnte ihnen aber nicht nachgewiesen werden.

Der so genannte Mitrochin-Ausschuss des italienischen Parlaments untersucht die Unterlagen eines Ex-Agenten des sowjetischen Geheimdienstes KGB, Wassili Mitrochin. Dieser war 1992 in den Westen übergelaufen.

Die Angaben hätten "nichts mit der Realität" zu tun, sagte ein Sprecher des russischen Militärgeheimdienstes laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax. Angeblich war der im vergangenen April verstorbene Papst der sowjetischen Führung ein Dorn im Auge, weil er die Demokratiebewegung in seinem Heimatland Polen unterstützte.

Der Papstattentäter Agca war zu lebenslanger Haft verurteilt worden, im Juni 2000 aber nach seiner Begnadigung freigelassen worden. Seither verbüßt er in der Türkei eine Haftstrafe, die wegen anderer Gewalttaten gegen ihn verhängt wurde.