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23-02-2006 Russland und der Vatikan
Alexi II. Von Russland will Hindernisse im Dialog zwischen Rechtgläubigen und Katholiken überwinden
Der Patriarch von Moskau und ganz Russland, Alexi II., hat zur raschesten Überwindung der Probleme aufgerufen, die den Dialog zwischen der Russisch-Orthodoxen und der Katholischen Kirche behindern.

"Ich bin überzeugt, dass es für die tatsächliche Verbesserung der Beziehungen zwischen unseren Kirchen erforderlich ist, so schnell wie möglich die Probleme aus dem Weg zu räumen, die den Dialog zwischen Rechtgläubigen und Katholiken im Wege stehen. Ich hoffe, Papst Benedikt XVI. tut alles, was ihm möglich ist", sagte Alexi II. in einem Interview für die Pressestelle des Moskauer Patriarchats, welches in der ersten Nummer der Jahresausgabe von "Perwoswjatitel" erschienen ist.

"Die Beziehungen zwischen der Russisch-Orthodoxen Kirche und der römisch-katholischen Kirche sind auch weiterhin nicht einfach", konstatierte der Patriarch.

Den Hauptgrund sieht er in der Tätigkeit katholischer Missionare in Russland und anderen Ländern der GUS. "Objekt ihrer Tätigkeit sind nicht selten Menschen, die rechtgläubig getauft wurden, vor allem Kinder und Jugendliche aus unglücklichen und unvollständigen Familien. Diese Kinder werden von den Missionaren in Heimen untergebracht, wo sie in deren Traditionen erzogen werden", erläuterte Alexi II.

"Nicht weniger Sorgen bereitet die Lage in der Ukraine, wo auch weiterhin Gläubige der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche verfolgt werden", unterstrich er des Weiteren.

"Die kürzliche Verlegung der Kanzel des Oberhauptes der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche aus Lwow nach Kiew", so sagte er, "hat abermals vor Augen geführt, dass die Unierten sich nicht anschicken, sich von ihrer Expansion loszusagen, von Versuchen, ihre regionale Kirche als einzig gesamtnationale auszugeben". Die Mehrheit der Ukrainer sei indes rechtgläubig.

Kardinal Roger Etchegaray, der nach Moskau gekommen war, um an den Feierlichkeiten zur Namensgebung von Alexi II. am 25. Februar teilzunehmen, hatte dem Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche eine Botschaft von Benedikt XVI. überbracht. Der Papst hatte darin den Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass Handlungen und Worte der erneuten Brüderlichkeit zwischen den Hirten der Herde des Herrn... Zeichen einer immer engeren Zusammenarbeit in Wahrheit und Liebe werden.

Die heutige Welt braucht Stimmen, die den Weg des Friedens weisen, der Achtung Aller, der Verurteilung von Gewalt, der hohen Würde eines jeden Menschen und seiner Rechte", hatte Benedikt XVI. unterstrichen. (RIA)