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25-04-2005 Russland und der Vatikan
Es ist noch zu früh, um über Perspektiven des Dialogs zwischen Orthodoxie und Katholizismus zu sprechen
Ob sich der Dialog zwischen der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche entfalten wird, zeigt die Zukunft. So äußerte sich der russisch-orthodoxe Patriarch von Moskau und ganz Russland, Alexis II., am Montag in Moskau in Beantwortung von Fragen der Journalisten nach den Perspektiven des Dialogs zwischen beiden Kirchen unter dem Pontifikat von Benedikt XVI.

„Erstens kann ich nicht in seinem Namen sprechen. Zweitens wurde er gerade erst gewählt. In seiner ersten Rede sagte er, er werde den Dialog mit anderen Konfessionen ausbauen. Doch ob das auch die russisch-orthodoxe Kirche betrifft, wissen wir nicht", unterstrich AlexisII.

Gleichzeitig stellte der Patriarch fest, dass Benedikt als Konservativer bekannt ist. „Ich denke, wir können gemeinsame Aufgaben und Ziele finden. Er trat scharf auf, und ich meine, er wird auch weiterhin gegen gleichgeschlechtliche Ehen, Homosexualismus und gegen weibliche Geistliche plädieren", sagte Alexis II.

„Das sind natürlich Fragen, die auch für uns nicht akzeptabel sind", unterstrich der Patriarch.

„Es ist noch zu früh, über Besuche zu sprechen. Einen Besuch nur des Besuchs wegen kann es, wie schon beim vorangegangenen Papst, nicht geben", so Alexis II. auf Journalistenfragen.

Er führte aus, dass die Begegnung der beiden Kirchenoberhäupter „nicht einfach ein Treffen vor den Kameras sein kann. Es muss zu einer konkreten Verbesserung führen, was bedeutet, es müssen die Probleme geklärt werden, die die russisch-orthodoxe Kirche heute beunruhigen".

Er erinnerte daran, dass zu diesen Problemen auch die Missionarstätigkeit von Katholiken unter Orthodoxen, das Eindringen der griechisch-katholischen Kirche im Osten und die ungleiche Stellung von Orthodoxen und griechischen Katholiken in Westteil der Ukraine gehören. (RIA)