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20-04-2005 Russland und der Vatikan
Benedikt XVI. kann ernsthaft zur Verbesserung der Beziehungen zur ROK beitragen
Papst Benedikt XVI. kann ernsthafte Schritte auf dem Weg der Regelung der Beziehungen zur Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) unternehmen. Diese Auffassung vertrat Marco Politi, einer der führenden Experten für Probleme des modernen Katholizismus, gegenüber der RIA Nowosti.

"Für das neue Pontifikat stehen zwei überaus wichtige Fragen auf der Tagesordnung: die Beziehungen zu China und die Beziehungen zu Russland", sagte der Experte.

"Was Russland anbetrifft, so erscheint mir die Ansprache von Benedikt XVI. am Mittwoch in der Sixtinischen Kapelle außerordentlich wichtig", betonte Politi.

Als eine der fundamentalen Ideen seines Pontifikats nannte der Papst den Ökumenismus.

"Mir scheint, dass der starke Akzent, der auf den Ökumenismus gesetzt wurde, das Bestreben des Papstes widerspiegelt, die Beziehungen zu allen christlichen Konfessionen, darunter auch zu den orthodoxen, zu regeln", sagte der Experte.

Nach seiner Meinung wird der für die Förderung der christlichen Einheit zuständige Vorsitzende des Päpstlichen Rates, Kardinal Walter Kasper, der seit fünf Jahren auf den Abbau der Spannungen im Verhältnis zwischen dem Heiligen Stuhl und der ROK hinarbeitet, dem Papst dabei wesentliche Hilfe erweisen.

Er war unter anderem eifrig darum bemüht, die Leitung der Russisch-Orthodoxen Kirche zu überzeugen, dass die Katholiken nicht beabsichtigen, sich mit Proselytentum zu befassen.

"Ich bin der Meinung, dass vom neuen Papst konkrete Schritte nach vorn zu erwarten sind, die auf die Beseitigung der Widersprüche und Differenzen ausgerichtet sind, welche jetzt zwischen beiden Kirchen bestehen", sagte Politi.

"Ich glaube selbstverständlich nicht daran, dass die Diözesen und die anderen kirchlichen Strukturen, die von Johannes Paul II. auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion geschaffen wurden, was seinerzeit die Gefühle der orthodoxen Gläubigen tief verletzt hat, beseitigt werden", so der Experte.

"Aber es könnte, wie ich glaube, Einigung darüber erzielt werden, dass sich die katholischen Hierarchen in Russland ausschließlich mit geistigen Problemen der Katholiken befassen und nicht versuchen, in ihre Reihen Menschen einzubeziehen, die sich zur orthodoxen Tradition bekennen", fügte der Experte hinzu. (RIA)