russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



20-04-2005 Russland und der Vatikan
Oberrabbiner Russlands: Papst Benedikt XVI. wird den zwischenkonfessionellen Dialog entwickeln
Der Oberrabbiner Russlands, Adolf Schajewitsch (Kongress der jüdischen religiösen Organisationen und Vereinigungen Russlands), meint, dass Papst Benedikt XVI. die Linie von Johannes Paul II. bei der Entwicklung des zwischenkonfessionellen Dialogs fortsetzen werde.

Die russischen Juden seien bereit, diese Linie auf jede Art und Weise zu unterstützen.

"Ich meine und hoffe sehr, dass die Linie des zwischenkonfessionellen Dialogs, die Johannes Paul II. eingeleitet hatte, fortgesetzt wird. Unseres Erachtens ist das Beispiel des früheren Pontifex sehr positiv", erklärte Schajewitsch in seinem RIA-Nowosti-Interview am Tag der Wahl des neuen Papstes.

Für einen Grund für die geäußerten Hoffnungen hält er den Umstand, dass sich Kardinal Ratzinger, der am Dienstag zum Papst gewählt wurde, die ganze Zeit neben Papst Johannes Paul II. befunden hatte. "Vielleicht hatte er nicht völlig mit ihm übereingestimmt. Aber seine Linie und die Methoden seiner Arbeit hatte er sich angeeignet", meint der Oberrabbiner.

In Beantwortung der Frage, welche persönlichen Eigenschaften Joseph Ratzingers, unter anderem der ihm nachgesagte Konservatismus, sich auf die Politik des Vatikans auswirken könnten, sagte Schajewitsch, dass "sich der Konservatismus in der Einstellung zu anderen Konfessionen kaum zeigen kann".

Wie Schajewitsch sagte, habe Johannes Paul II. gezeigt, dass man heute einen Weg wählen könne und müsse, der zur gegenseitigen Verständigung, Aussöhnung und Zusammenarbeit führt, die unter den Bedingungen der globalen Gefahren äußerst notwendig seien.

"Wenn man die Beispiele der Geschichte vergisst, alles aufgibt, was erreicht wurde, und zu den alten Formen der gegenseitigen Beziehungen zurückkehrt, die seinerzeit nichts Gutes gebracht hatten, so können wir auch in der Zukunft nichts Gutes erwarten", betonte der Oberrabbiner.

Er erinnerte daran, dass Johannes Paul II. der erste Papst gewesen war, der eine Moschee und eine Synagoge besucht hatte. "Wir sind bereit, die Linie von Johannes Paul II. größtmöglich zu unterstützen", sicherte Schajewitsch zu. (RIA)