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20-04-2005 Russland und der Vatikan
Ratzingers Wahl zum Papst wird in Russland begrüßt
Der Professor des Moskauer Priesterakademie, Diakon Andrej Kurajew, hat seine Freude über die Wahl von Kardinal Josef Ratzinger zum Papst zum Ausdruck gebracht.

Der neue Papst Benedict XVI. sei "ein aufrichtiger, prinzipienfester und intelligenter Mensch, mit dem es interessant ist, den Dialog zu führen", sagte Kurajew in Funksender Echo Moskwy. "Selbst wenn man mit ihm nicht einverstanden ist, kann das interessant und nützlich sein."

"Dies ist ein Mensch, der für einen kreativen Dialog mit dem orthodoxen Gedankengut offen steht", so der Geistliche. "In der katholischen Kirche gibt es viele unterschiedlich gerichtete Bewegungen, und wäre eine Person zum Papst gewählt worden, die in erster Linie nach einer gemeinsamen Sprache mit Luther und nicht mit der Kirche von Ioann Slatoust und Sergij von Radonesch gesucht hätte, so hätte das unseren weiteren Dialog behindert."

Kardinal Josef Ratzinger "war ein Hirn des Vatikans zumindest die letzten zehn Jahre", sagte Kurajew. "Als Dekan des Kardinalskollegiums und Oberhaupt der Kongregation für theologische Fragen konzipierte er in beträchtlichem Maße die theologischen Orientierungspunkte der Politik des Papstes."

"Johann Paul II. war ein leiser und geheimer Konservativer: Verbal bekundete er zwar seine Treue zum Kurs des 2. Vatikan-Kongresses auf die Erneuerung der katholischen Kirche, er war aber stets bemüht, das Tempo der Reformen zu drosseln und die traditionellen Grundfesten des Römer Katholizismus zu bewahren", fügte Kurajew hinzu. "Seine intellektuelle Stütze war gerade Kardinal Ratzinger." (RIA)