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20-04-2005 Russland und der Vatikan
Russisch-Orthodoxe Hierarchen in Russland erwarten vom Vatikan keine Worte, sondern Taten
Das Moskauer Patriarchat erwartet vom Vatikan konkrete auf die Bekämpfung der nicht brüderlichen Einstellung eines Teils der katholischen Geistlichen zur Russisch-Orthodoxen Kirche gerichtete Schritte. Dabei handelt es sich um den Proselytismus der Katholiken auf dem Territorium Russlands und die Bedrängung der Rechtgläubigen durch Anhänger der griechisch-katholischen Kirche.

Das erklärte der Patriarch von Moskau und ganz Russland Alexi II. in einem Interview für die serbische Nachrichtenagentur Tanjug.

"Vor kurzem wurde eine Gemeinsame Arbeitsgruppe zur Erörterung der Kompliziertheiten, die in unseren gegenseitigen Beziehungen bestehen, gebildet. In der Sitzung dieser Gruppe wurde die katholische Seite mit konkreten Fällen bekannt gemacht, die bei uns Besorgnis erregen, jetzt erwarten wir von der Römisch-Katholischen Kirche konkrete Schritte zu einer Verbesserung der Situation", erklärte Alexi II.

Seinen Worten nach zeige die reale Situation in Russland und in anderen Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, dass ein bestimmter Teil der katholischen Geistlichen, ungeachtet der vom Vatikan versicherten Achtung vor der Russisch-Orthodoxen Kirche und der brüderlichen Gefühle zu ihr ganz anders stehe.

"Als ein anschauliches Beispiel einer solchen nicht brüderlichen Einstellung betrachten wir die proselytische Tätigkeit, die von katholischen Geistlichen und Vertretern der Mönchsorden betrieben wird. Sie versuchen, so viele Menschen wie nur möglich, die sich der Taufe, der Kultur oder den historischen Wurzeln nach zur Orthodoxie bekennen, für den Katholizismus abzuwerben", bemerkte der Patriarch.

Als ein Beispiel dafür nannte er Versuche der Erziehung von Kindern, die in der orthodoxen Kirche getauft wurden und aus verschiedenen Gründen ohne Eltern geblieben sind, im katholischen Geiste.

"Ein anderes ernstes Problem, dass unsere gegenseitigen Beziehungen eintrübt, ist der Konflikt zwischen den Anhängern der Orthodoxie und der Griechisch-Katholischen Kirche in der Ukraine. Orthodoxe Gläubige werden von Anhängern der Griechisch-Katholischen Kirche und nationalistisch gestimmten örtlichen Behörden bedrängt. Sie verhindern den Bau von Kirchen und anderen Räumen der orthodoxen Kirche", erinnerte Alexi II. (RIA)