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17-04-2005 Russland und der Vatikan
Erzbischof Kondrusiewicz: Papst wird unbedingt Russland besuchen
Der Papst wird Russland unbedingt einen Besuch abstatten. Diese Ansicht vertrat Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz, Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz in Russland. "Ich bin ein notorischer Optimist und überzeugt, dass der Papst hierher kommt und sich unsere Beziehungen zur Russisch-orthodoxen Kirche entwickeln werden", fügte er hinzu.

"Dass Johannes Paul II. nicht nach Russland kommen konnte, bedeutet ganz und gar nicht, dass ein Besuch des Papstes in Moskau im Prinzip unmöglich ist." Er erwarte vom neuen Pontifex eine Fortsetzung des Kurses des 2. Vatikan-Konzils, der auf die Förderung des Dialogs zwischen den Konfessionen und auf eine Vereinigung der Christen gerichtet sei. "Davon schrieb auch Johannes Paul II. in seinem Vermächtnis. Ich denke, dass dieser Kurs fortgesetzt wird", sagte Kondrusiewicz.

Von der Entwicklung des Ökumenismus hänge derzeit vieles ab. "Auf dem Spiel steht das Schicksal des Christentums selbst, weil die Herausforderungen der Gegenwart überaus stark und ernsthaft sind. Das ist in erster Linie die Devalvierung der christlichen Werte. Das fand unter anderem seinen Niederschlag darin, dass das ganze christliche Europa (das tatsächlich christlich ist) in seiner Verfassung seine christlichen Wurzeln und Werte nicht durchsetzen konnte", sagte der Erzbischof.

"Die von Johannes Paul II. unterbreitete Idee, nach der Europa mit beiden Lungen atmen soll, ist in jeder Hinsicht beachtenswert, insbesondere angesichts der gegenwärtigen Herausforderungen an die Welt."

Der hohe geistliche Würdenträger meinte, dass der Name des neuen Oberhauptes der Römisch-Katholischen Kirche "in wenigen Tagen" nach Beginn der Großen Konklave der Kardinäle bekannt gegeben wird. "Es ist kaum anzunehmen, dass die Kardinäle gleich im ersten Anlauf die erforderlichen zwei Drittel der Stimmen für einen Kandidaten abgeben. Ich denke, dass die Wahlen zwei bisdrei Tage in Anspruch nehmen werden, weil die Massenmedien von heute ihre Sache gut machen und die Kardinäle einander gut kennen." Eine Prognose für die Wahl wollte Kondrusiewicz nicht abgeben. (RIA)