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16-04-2005 Russland und der Vatikan
Das Ableben des Papstes bewegte nur ein Drittel der Russen
Ein Drittel der Landesbevölkerung, und zwar 33 Prozent, waren nach eigenen Angaben vom Ableben von Papst Johannes Paul II. betroffen. Mehr als andere gaben das Bewohner von Großstädten (47 Prozent) und Personen mit einem hohen Bildungsstand (39 Prozent) an.

63 Prozent der Bevölkerung gaben an, dass sie die Nachricht ohne besondere Emotionen aufgenommen haben. Noch höher ist der Anteil der Gleichgültigen unter den Anhängern der kommunistischen Partei (73 Prozent). Diese Angaben verbreitete das Meinungsforschungsinstitut "Öffentliche Meinung" nach den Ergebnissen einer gesamtrussischen Umfrage. Mehr als Dreiviertel der Russen (77 Prozent) sahen aus Anlass des Todes und der Beerdigung des Papstes Reportagen aus dem Vatikan. Fast die Hälfte der Bevölkerung (46 Prozent) geht davon aus, dass der Tod von Papst Johannes Paul II. für die ganze Welt ein Verlust ist, während 35 Prozent der Befragten meinten, das sei nur für die Katholiken ein Verlust. Die Ansicht, dass das Ansehen der römisch-katholischen Kirche während des 26-jährigen Pontifikats von Johannes Paul II. in der Welt gestiegen sei, teilen 50 Prozent der Respondenten. Nur 12 Prozent der Befragten meinen, dass sich die Tätigkeit des Papstes keineswegs auf das Ansehen der Kirche ausgewirkt habe. Niemand behauptete, das Ansehen sei in seiner Amtszeit gefallen. Aus den Angaben der Umfrage geht hervor, dass 30 Prozent der Bevölkerung ein positives Verhältnis zur katholischen Kirche haben, während es vor 5 Jahren nur 16 Prozent waren. Die Zahl derer, die ihr negativ gegenüberstehen, verringerte sich in diesen 5 Jahren von 9 Prozent auf 5 Prozent. Die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Ableben von Johannes Paul II. berührten diejenigen Respondenten mehr, die sich der russisch-orthodoxen Kirche oder anderen Religionen zurechnen, als Atheisten. Bei der Meinungsumfrage, die nach der Methode der Befragung am Wohnsitz durchgeführt wurde, beteiligten sich im Zeitraum vom 9. - 10 April 1.500 Personen in 100 Ortschaften aus 44 Regionen Russlands. Zusätzlich wurden 600 Moskauer befragt. Die statistische Fehlerquote liegt nicht über 3,6 Prozent.