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06-01-2005 Russland und der Vatikan
Die Georgische, Jerusalemer und Serbische Kirche begehen Weihnachten zusammen mit der Russisch-Orthodoxen Kirche
Die Georgische, die Jerusalemer und die Serbische Orthodoxe Kirche sowie die Afon-Klöster, die nach dem alten Julianischen Kalender leben, werden das Weihnachtsfest in der Nacht zum Freitag begehen.

Das teilte Oberpriester Nikolai Balaschow, Sekretär für innerorthodoxe Beziehungen der Abteilung für auswärtige Kirchenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, gegenüber RIA Nowosti mit.

Die restlichen elf Orthodoxen Kirchen hätten bereits das Weihnachtsfest genauso wie die Katholiken in der Nacht zum 25. Dezember gefeiert.

"Diese Kirchen verwenden aber nicht den ‚katholischen“ Gregorianischen Kalender, sondern den sogenannten Neujulianischen", stellte er fest. "Vorerst fällt er mit dem Gregorianischen zusammen. Bis zum Jahr 2800 werden dann diese Kalender um einen Tag auseinandergehen."

Die Kalenderreform, bei der der Julianische Kalender durch den Gregorianischen ersetzt wurde, war im 16. Jahrhundert unter Papst Gregor XIII. vorgenommen worden. Nach ihm wurde auch der neue Kalender benannt. Das Ziel der Reform bestand darin, die wachsende Differenz zwischen dem astronomischen und dem Kalenderjahr zu korrigieren.

1923 fand auf Initiative des Patriarchen von Konstantinopel eine Konferenz der Orthodoxen Kirchen statt, in der eine Änderung des Julianischen Kalenders beschlossen wurde. Die Russisch-Orthodoxe Kirche musste wegen historisch bedingten Umständen dieser Konferenz fernbleiben.

Sobald aber der russische Patriarch Tichon von der Konferenz in Konstantinopel erfuhr, gab er eine Anweisung über die Umstellung auf den Neujulianischen Kalender heraus. Dies löste aber, so Balaschow, "Proteste des Kirchenvolkes" hervor. Deshalb wurde die Anweisung weniger als einen Monat später außer Kraft gesetzt.

Der Unterschied von einem Tag zwischen dem Julianischen und dem astronomischen Kalender entsteht innerhalb von 128 Jahren. Beim Gregorianischen Kalender häuft sich dieser Unterschied im Laufe von 3 333 Jahren und beim Neujulianischen im Laufe von 40 000 Jahren an.

Derzeit sei aber "eine Umstellung des Kalenders für die Russisch-Orthodoxe Kirche nicht aktuell", fügte Nikolai Balaschow hinzu. "Unser Kirchenvolk schätzt den Julianischen Kalender, er ist eine der kulturellen Besonderheiten unseres Lebens." (RIA)