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13-11-2003 Russland und der Vatikan
Russische Orthodoxe Kirche für Vortsetzung des Dialogs mit Vatikan
( NEW YORK ) Die Russische Orthodoxe Kirche (russ. Abk.: RPZ) steht für einen Dialog zur Frage der Durchführung eines Treffens des Papstes und des Patriarchen von Moskau und ganz Russland offen. Aber dieses Treffen soll nicht einfach zu einer Protokollmaßnahme für „Fernsehkameras" werden.

Das erklärte der Metropolit von Smolensk und Kaliningrad Kirill, Leiter des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in New York, der für die Beteiligung an Feierlichkeiten anläßlich des 100-jährigen Jubiläums der Sankt-Nikolaus-Kathedrale in die USA gekommen war.

„Im Jahre 1996 war zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und dem Vatikan ein Abkommen über die Durchführung eines Treffens des Patriarchen Alexij II. und des Papstes Johannes Paul II. erzielt worden", erinnerte der Metropolit Kirill. „Für dieses Treffen war alles vorbereitet worden. Es wurde geplant, dass der Papst und der Patriarch eine gemeinsame Deklaration unterzeichnen werden, die ein schwieriges Kapitel in unseren Beziehungen schließen mußte. Aber kurz vor dem geplanten Treffen hatte der Vatikan aus dem vereinbarten Text der Deklaration gerade jene Bestimmugnen gestrichen, von deren Entwicklung die Zukunft unserer Beziehungen abhängt. Deshalb fand das Treffen leider nicht statt." Diese für die Russische Orthodoxe Kirche prinzipiell wichtigen Punkte waren die Verurteilung des Proselytismus und des Uniatentums, sagte der Metropolit. Er erinnerte daran, dass das Zweite Vatikan-Konzil die Orthodoxe Kirche Schwesterkirche genannt hatte, das heißt, eine Gemeinde, wo die Rettung von Menschen erfolgt.

„Eben deshalb, weil dieses grundlgegende Prinzip formuliert worden war, hatte ein Dialog zwischen der Römisch-Katholischen und der Orthodoxen Kirche begonnen", sagte der Leiter des kirchlichen Außenamtes. „Man muß auf die Konfrontation verzichten und auf die Ekklesiologie des Zweiten Vatikan-Konzils zurückkommen. Wir wollen den Weg der Zusammenarbeit und des Zusammenwirkens gehen, treten aber dabei kategorisch gegen all das auf, was Spannungen in unsereren Beziehungen schafft", unterstrich er. (RIA)