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20-11-2003 Russland und der Vatikan
Treffen mit Papst nicht nur um des Treffens willen
( MOSKAU ) „Das Treffen mit Papst soll nicht nur um des Treffens willen stattfinden", erklärte der Patriarch von Moskau und ganz Russland Alexi II. am Donnerstag in seiner Ansprache in der Russischen Akademie des Staatsdienstes beim Präsidenten der RF.

„Der Patriarch hat sich noch nie mit dem Oberhaupt der Römisch-Katholischen Kirche getroffen", stellte Alexi II. fest. Darum soll ein solches Treffen „den Anfang mit neuen Beziehungen machen" und die heutigen Schwierigkeiten in den Beziehungen zwischen den Kirchen beseitigen.

Über die Schaffung katholischer Eparchien auf dem Territorium Russlands, der Ukraine und Kasachstans erfährt das Moskauer Patriarchat, entgegen den getroffenen Vereinbarungen, nach deren offizieller Bekanntgabe. „Leider bleiben diese Vereinbarungen nur auf dem Papier", sagte der Patriarch.

„Das Treffen mit Papst vor den Fernsehkameras wird nicht die erwünschten Ergebnisse bringen", betonte Alexi II.

Der Patriarch erinnerte an folgendes: „Als 1997 ein solches Treffen in Österreich vorbereitet wurde, schlugen wir vor, ein Memoradum zu unterzeichnen. Das Dokument sah die Verurteilung des Proselytismus /Abwerbung von Mitgliedern anderer Kirchen/ und der Tätigkeit der Unierten und Mitglieder der Griechisch-Katholischen Kirche vor, die auf der Welle des wilden Nationalismus drei Gotteshäuser der Russisch-Orthodoxen Kirche in der Ukraine demoliert hatten. Das Memorandum enthielt auch den Punkt darüber, dass es Pflicht und Verpflichtung der Kirche ist, überall, wo Konflikte entstehen, Friedensstifter zu sein.

„Zehn Tage vor dem Treffen hat Papst höchstpersönlich die Erwähnung des Proselytismus und der Unia ausgestrichen. Danach lehnten wir das Treffen ab", sagte der Patriarch zum Schluss.