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20-01-2004 Russland und der Vatikan
Russland-Besuch Johannes Paul II erst nach Einstellung des Proselytismus
MOSKAU, 20. Januar (RIA Nowosti). Nur konkrete Schritte des Vatikan zur Einstellung des Proselytismus auf dem Territorium Russlands und Maßnahmen zur Gewährleistung der Rechte der orthodoxen Minderheit in der Westukraine können einen Besuch von Papst Johannes Paul II. in Russland ermöglichen. Diese Ansicht vertrat Patriarch Alexi II. von Moskau und ganz Russland.

„Es wäre falsch, sich vor den Fernsehkameras zu treffen und die öffentliche Meinung davon zu überzeugen, dass wir keine Probleme haben. Probleme sind vorhanden", sagte das Oberhaupt der Russisch-orthodoxen Kirche am Dienstag bei einem Treffen mit britischen Reportern, die sich auf Einladung der Nachrichtenagentur RIA Nowosti über das religiöse Leben in Russland informieren. Die Unterredung fand - zum ersten Mal sei Jahren - in der Arbeitsresidenz des Patriarchen statt.

„Wenn ich mich mit dem Pontifex einfach vor den Fernsehkameras treffe, wird meine Gemeinde mich nicht verstehen. Diesem Treffen sollen unbedingt konkrete Vereinbarungen vorauskommen", fuhr Alexi fort.

Zugleich sagte der hohe geistliche Würdenträger, dass die Russisch-orthodoxe Kirche zu einem Dialog bereit ist.

Auf die Situation um die Ikone der Gottesmutter von Kasan eingehend, die sich zurzeit im Vatikan befindet, sagte der Patriarch, dass es sich um eine verhältnismäßig junge Kopie handelt. Davon zeuge eine im April vergangenen Jahres vorgenommene detaillierte Untersuchung der Ikone. Diese Kopie habe andere Abmessungen als die verschollene wundertätige Ikone und sei von einem Provinzmaler nicht früher als Ende des 18. Jahrhunderts angefertigt worden.

Der Patriarch äußerte Entfremdung im Zusammenhang damit, dass um die Ikone auch heute noch eine „nicht gesunde Atmosphäre geschürt wird". „Die Rückgabe der im Vatikan aufbewahrten Ikone der Gottesmutter von Kasan, was früher oder später unbedingt passiert, darf nicht mit einem Besuch des Papstes in Russland in Verbindung gebracht werden." Alexi teilte mit, er habe keine antikatholischen Stimmungen. Trotz einer gewissen Verschlechterung der Beziehungen zum Vatikan pflege die Russisch-orthodoxe Kirche weiterhin aktive Kontakte zu mehreren katholischen Eparchien, Organisationen und Lehreinrichtungen, sagte er.