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30-01-2004 Russland und der Vatikan
Patriarch von Moskau erwartet vom Vatikan Lösung des Proselytismus – Problems in Russland
MOSKAU, den 30. Januar (Olga Lipitsch, Korrespondentin der RIA „Nowosti"). Der Leiter des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit von Smolensk und Kaliningrad, Kirill, und der Leiter des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Walter Casper, werden im Februar Probleme des Proselytismus in Moskau erörtern. Gemeint werden Missionarstätigkeiten der Katholiken auf dem kanonischen Gebiet der Russischen orthodoxen Kirche. Ein weiteres Gesprächsthema ist die Expansion von Griechisch-Katholiken in der Ukraine, in Russland und Kasachstan.

Das sagte der stellvertretende Leiter des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Oberpriester Wsewolod Tschaplin, in einem Interview mit der RIA „Nowosti". Kardinal Casper komme nach Moskau am 16. Februar auf Einladung der Konferenz katholischer Bischöfe. Er wolle Vertreter der katholischen Gemeinde in Russland treffen.

Im Mittelpunkt der geplanten Gespräche mit orthodoxen Geistlichen stehen laut Tschaplin „Probleme zwischen den zwei Kirchen". „Das erste davon ist der Proselytismus, das heißt Missionarstätigkeiten der Katholiken unter den Menschen, die nach Taufe oder Kulturtradition zum Orthodoxentum gehören", sagte der Oberpriester.

Das zweite Problem betreffe die Aktivitäten der Katholiken, die „nicht nur eine normale Entwicklung unserer Kirche in der Westukraine verhindern, sondern auch versuchen, ihre Unionskirche in den Gebieten durchzusetzen, wo es sie nie gegeben hat, und zwar im Süden und Osten der Ukraine sowie in Russland und Kasachstan".

„Sie setzen auch den Vatikan unter Druck, indem sie ihn aufrufen, die Kanzel des Oberhaupts der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche von Lwow nach Kiew überzuführen und diesem Geistlichen Patriarchenwürde zu verleihen", hieß es.

„Die Fortschritte bei den bevorstehenden Gesprächen von Kardinal Casper und Metropolit Kirill hängen davon ab, inwieweit der Vatikan für konkrete Vereinbarungen hinsichtlich dieser Probleme auf höchstem Niveau bereit sein würde", sagte Tschaplin.