russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



19-02-2004 Russland und der Vatikan
Werden Probleme zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und der Römisch-Katholischen Kirche in Moskau beigelegt?
MOSKAU, 19. Februar. /RIA „Nowosti"/. Der Kardinal Walter Kasper, Oberhaupt des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, und der Metropolit Kirill, Vorsitzender des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats, werden am Donnerstag in Moskau Probleme der gegenseitigen Beziehungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und der Römisch-Katholischen Kirche behandeln.

Wie man der RIA „Nowosti" bei der Konferenz katholischer Bischöfe Russlands mitteilte, auf deren Einladung der Kardinal Kasper am 17. Februar nach Moskau gekommen war, wird das Treffen mit dem Metropoliten Kirill im Danilow-Kloster in der russischen Hauptstadt stattfinden.

Am Vortage erklärte der Vatikan-Vertreter während der Predigt in der katholischen Kathedrale in Moskau, dass er hofft, ein „neues, freundschaftlicheres Kapitel in den Beziehungen zwischen zwei Kirchen zwecks Ökumenismus sowie für die Annäherung Russlands und des Westens, die Durchsetzung des Friedens und der gesamtchristlichen Werte in Europa einzuleiten". Aber der Kardinal nahm keine Stellung zu Hauptproblemen, die die orthodoxe Seite ein Hindernis für die weitere Entwicklung des Dialogs nennt, und sagte nicht, ob der Vatikan die Absicht hat, irgendwelche konkreten Schritte für ihre Beilegung zu unternehmen.

Seinerseits erläuterte der Oberpriester Wsewolod Tschaplin, stellvertretender Vorsitzender des kirchlichen Außenamtes der Russischen Orthodxen Kirche, im RIA-„Nowosti"-Interview, dass eines der Probleme der „Proselytismus, Missionstätigkeit der Katholiken unter Menschen bleibt, die sich zur Orthodoxie nach der Taufe oder der kulturellen Tradition bekennen". „Eine solche Tätigkeit wird leider unter der orthodoxen Bevölkerung Russlands und einer Reihe anderer GUS-Länder ungeachtet dessen ausgeübt, dass der Vatikan seine Freundschaft versichert", sagte Tschaplin.

Werbung - Erlebnis Rundreise Baikalsee


„Das zweite Problem ist die Tätigkeit der Griechisch-Katholiken, der sogenannten Uniaten, die nicht nur eine normale Entwicklung unserer Kirche im Westen der Ukraine verhindern, sondern auch versuchen, die Union dort einzuführen, wo es sie niemals gegeben hat. Und zwar im Süden und Osten der Ukraine sowie in Russland und in Kasachstan", teilte Tschaplin mit.

Dieses Problem spitzte sich besonders in letzter Zeit zu, nachdem der Kardinal Kasper ein Memorandum über die Möglichkeit der Gründung des Patriarchats der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche in Kiew an das Moskauer Patriarchat gerichtet hatte. Vorläufig ist der Kardinal das Oberhaupt der Uniatenkirche, und sein Stuhl befindet sich in Lwow (Westukraine).

Alle 15 Orthodoxen Kirchen der Welt haben einmütig gegen die Gründung des Kiewer Patriarchats protestiert.