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24-05-2004 Russland und der Vatikan
Tag des Andenkens an die heiligen Brüder Kyrill und Method
Heute wird der Tag des Andenkens an die heiligen apostelgleichen Brüder Kyrill und Method, die Begründer des slawischen Alphabets, begangen. Dieses ist mehr als kyrillische Schrift (nach dem Namen des Älteren der Brüder) bekannt und wird praktisch in der ursprünglichen Form bis heute geschrieben, und das nicht nur in Russland, sondern auch in einigen ost- und zentraleuropäischen Ländern geschrieben. Die Brüder waren auch die ersten Übersetzer der Bibel ins Slawische.



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Die heiligen Bürder entstammten einer vornehmen und frommen Familie, die in der griechischen Stadt Thessaloniki lebte. Method diente in der Armee und verwaltete eines der slawischen Fürstentümer, die dem Byzantinischen Reich untergeordnet waren. Der Sage nach handelte es sich um ein bulgarisches Fürstentum. Dadurch bekam er die Möglichkeit, die slawische Sprache zu lernen. Dann wurde er Mönch in einem Kloster auf dem Olymp (Kleinasien).

Konstantin (Kyrill ist sein Mönchsname) zeigte schon in der frühen Jugend große Fähigkeiten und beherrschte vollkommen alle Wissenschaften seiner Zeit sowie viele Sprachen.

Bald entsandte der Kaiser beide Brüder zu den Chasaren, damit sie dort das Evangelium predigten. Unterwegs machten sie einen Zwischenaufenthalt in Korsun, wo Konstantin ein Evangelium und einen Psalter fand, wobei beide Bücher in "russischen Buchstaben" geschrieben waren. Er machte sich mit einem Russisch sprechenden Mann bekannt und lernte in Russisch lesen und sprechen.

Als die Brüder wieder in Konstantinopel waren, entsandte der Kaiser sie erneut in einer Aufklärungsmission, diesmal nach Mähren. Dessen Fürst Rostislaw wurde von deutschen Bischöfen bedrängt und bat den Kaiser, Lehrer zu entsenden, die in der Muttersprache der Slawen predigen konnten.

Zur Erfüllung der neuen Mission stellten Konstantin und Method ein slawisches Alphabet auf und übersetzten die wichtigsten Meßbücher (Evangelium, Apostelgeschichten, Psalter) aus dem Griechischen ins Slawische. Das geschah im Jahre 863.

In Mähren wurden die Brüder mit großen Ehren empfangen und gingen daran, den Gottesdienst in der slawischen Sprache zu zelebrieren. Das rief die Wut der deutschen Bischöfe hervor, die sich in den mährischen Kirchen der lateinischen Sprache bedienten, und so beschwerten sie sich in Rom. Konstantin und Method nahmen die Gebeine des heiligen Papstes Clemens, die sie noch in Korsun gefunden hatten, und begaben sich nach Rom. Als Papst Adrian erfuhr, dass sie heilige Gebeine mitbrachten, empfing er sie feierlich und bestätigte den Gottesdienst in slawischer Sprache. Auch hieß er die von den Brüdern übersetzten Bücher den römischen Kirchen zugehen, die nunmehr in slawischer Sprache zu predigen hatten.

Der Hl. Konstantin, der laut der Ordensregel Kyrill hieß, starb 869. Der Hl. Method bemühte sich auch weiter um den Gottesdienst in slawischer Sprache und die Verbreitung slawischsprachiger Bücher. Die deutschen Bischöfe fügten ihm in ihrer Wut viel Leid zu. Method verbrachte zweieinhalb Jahre in einem Gefängnis in Schwaben. Auf Befehl des Papstes befreit, predigte er das Evangelium auch weiter unter den Slawen, auch taufte er den tschechischen Fürsten Borivoj und seine Gattin Ludmilla sowie einen der polnischen Fürsten.

In seinen letzten Lebensjahren übersetzte der Metropolit Method das gesamte Alte Testament sowie den Nomokanon (Kirchengesetzbuch) und das Paterikon (belehrende Geschichten aus dem Mönchsleben) ins Slawische.

In Russland verlaufen die größten Feierlichkeiten in diesem Jahr in Samara; 2003 war Woronesch das offizielle Zentrum der feierlich begangenen Tage des slawischen Alphabets. (RIA)