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27-08-2004 Russland und der Vatikan
Die Übergabe der Ikone der Gottesmutter von Kasan wird die Beziehungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und dem Vatikan nicht verbessern
Die Übergabe der Ikone der Gottesmutter von Kasan dem Patriarchen Alexij II. als Geschenk des Papstes Johannes Paul II. wird zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und dem Vatikan nicht führen.

Eine solche Meinung äußerte Alexander Stschipkow, amtierender Vorsitzender des Methodischen Rates für die Beleuchtung der religiösen Thematik in Massenmedien bei der Föderalen Agentur für Presse und Massenkommunikationen, in seinem RIA-Nowosti-Interview.

„Der eigentliche Fakt der Übergabe der Ikone kann die Beziehungen zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und dem Vatikan nicht verbessern. Dieses Ereignis zeugt nicht so sehr von einer realen Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Kirchen wie viel mehr von einer Demonstration dieser Verbesserung", sagte er.

Die Übergabe des „heiligen Gegenstandes" ist eine Geste, mit der der Vatikan zeigt, dass er die Beziehungen mit der Russischen Orthodoxen Kirche verbessern will. Die Russische Orthodoxe Kirche weigert sich ihrerseits nicht, die Ikone anzunehmen. Das ist auch die Geste einer Demonstration und nicht einer realen Verbesserung der Beziehungen, meint der Experte.

Nach seinen Worten kann nicht der symbolische Akt der Übergabe der Ikone, sondern nur eine Reihe von gemeinsamen Aktionen - Reisen, Konferenzen und Treffen - ein Zeugnis der wirklichen Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Kirchen sein.

Stschipkow zweifelt daran, dass der Übergabe der Ikone der Gottesmutter von Kasan dem Patriarchen Alexij II. ein Russland-Besuch des Papstes folgen wird.

„Wenn diese Übergabe immerhin zu einem Prolog zum Besuch des Papstes werden wird, so nur zu einem sehr entfernten. Aber ich bin der Meinung, dass Johannes Paul II. nach Russland nicht kommen wird", sagte er.

Seiner Meinung nach ist diese Übergabe ein nicht derart bedeutsames Ereignis, das zu einer „tektonischen Verschiebung" in den orthodox-katholischen Beziehungen werden kann. (RIA)