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27-08-2004 Russland und der Vatikan
Patriarch Alexi würdigt Erfahrungen friedlicher Koexistenz zwischen Christen und Moslems in Russland
Jahrhundertelange Erfahrungen einer friedlichen Koexistenz zwischen den Christen und Moslems in Russland könnten nach Ansicht von Patriarch Alexi II. von Moskau und ganz Russland auch für die übrige Welt nützlich werden.

„Die Russisch-orthodoxe Kirche würde glücklich sein, diese Erfahrungen zur Verfügung zu stellen", sagte das Oberhaupt der Russisch-orthodoxen Kirche in einem am Freitag in der italienischen Zeitung „Corriere della Sera" abgedruckten Interview.

„Die Russisch-orthodoxe Kirche hat nicht den leisesten Zweifel daran, dass ein Frieden zwischen den Christen und den Moslems möglich ist. Die Tatsache, dass die Orthodoxen und die Moslems in Russland seit Jahrhunderten friedlich koexistieren, ist ein Beweis dafür."

Auf das Problem des Terrorismus eingehend, sagte der Patriarch, dass die „Welle des Extremismus und insbesondere des Terrorismus, der nach meiner Ansicht allen traditionellen Religiönen der Welt zuwiderläuft, soll zu einem Dialog zwischen allen Konfessinen im Interesse der Bannung der Gefahr für den religiösen Frieden beitragen".

„Natürlich tritt der Extremismus unter ganz konkreten sozialen Bedingungen zum Vorschein. Eine beliebige religiöse Gemeinschaft soll nach Kräften versuchen, in Kooperation mit Staat und Gesellschaft diese Bedingungen zu verbessern."

Alexi II. gab zu, dass die Teilung der christlichen Welt „äußerst tragisch" ist, und erklärte, dass die Christen im Geiste der Liebe und der gegenseitigen brüderlichen Achtung kooperieren sollen. Das ist das Prinzip, das den Beziehungen zwischen den Konfessionen, insbesondere zwischen den Orthodoxen und Katholiken, zu Grunde gelegt werden soll.

Zugleich machte das Oberhaupt der Russisch-orthodoxen Kirche darauf aufmerksam, dass die Katholiken und Protestanten ihren aktiven Proselitismus in Russland aufgeben sollen. „Wir rechnen damit, dass die Katholische Kirche ihre Politik gegenüber den Orthodoxen kardinal ändert wie auch vorsätzliche unfreundliche Aktionen einstellt. Nur unter solchen Bedingungen ist ein umfassender Dialog zwischen den Orthodoxen und Katholiken möglich", sagte der russische Patriarch. (RIA)