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19-09-2006 NGO
Ausländische NGOs geraten bei Neuregistrierung in Zeitnot
Die Frist, in der sich die in Russland tätigen unabhängigen Organisationen registrieren lassen müssen, läuft in einem Monat ab. Von den mehreren hundert ausländischen NGOs haben inzwischen nur 26 die Neuregistrierung vorgenommen, schreibt die Tageszeitung "Nowyje Iswestija" am Dienstag.

Die ausländischen Organisationen werfen den Beamten eine absichtliche Verzögerung der Registratur vor.

Unter den 26 erneut zugelassenen NGOs sind vorerst keine namhaften Menschenrechtsorganisationen zu finden. Sergej Nikitin, Direktor des russischen Ablegers von Amnesty International, verweist darauf, dass die russischen Registrierungsbehörden eine große Anzahl von Dokumenten verlangen, deren Ausstellung viel Zeit erfordert. "Diese Dokumente müssen in unserem Hauptquartier ausgestellt werden, was Zeit verlangt. Indessen nimmt die Eintragungsbehörde die Dokumente nur während einer Öffnungszeit von drei Stunden in der Woche an, was die Aufgabe technisch unlösbar macht."

Auch bei der Organisation Human Rights Watch verzögert sich die Neuregistrierung aus ähnlichen Gründen. "Von uns werden Dokumente verlangt, anhand derer die Organisation in Amerika registriert worden ist", sagt Alexander Petrow, Vizedirektor der Moskauer Vertretung. "Diese Dokumente müssen übersetzt werden, was Zeit erfordert. Ich weiß einfach nicht, wie wir dieses Problem meistern werden."

Um dem russischen Amtsschimmel aus dem Weg zu gehen, haben sich einige internationale Organisationen, die in Russland vertreten sind, als russische Institutionen eintragen lassen. "Wir sind eine russische Gesellschaftsorganisation, deshalb trifft uns das Problem der Neuregistrierung nicht", hieß es bei Greenpeace. Die gleiche Antwort gab auch die russische WWF-Vertretung. [ RIA Novosti ]