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18-07-2006 NGO
NGOs erwarten von deutscher G-8-Präsidentschaft Kampf gegen Armut
Nachdem der russische G-8-Gipfel keine weiterführenden Beschlüsse im Kampf gegen die Armut gefasst hat, setzen Hilfsorgansiationen ihre Hoffungen nun auf die deutsche Präsidentschaft im kommenden Jahr. "Bundeskanzlerin Angela Merkel muss dafür sorgen, dass die G8 ihre Versprechen gegenüber den Ärmsten der Welt einhalten", forderte die Hilfsorganisation Oxfam am Montag nach Gipfelende in St. Petersburg.

Die Armut werde bis zum deutschen G-8-Gipfel im Sommer 2007 den Tod von elf Millionen Kindern verursacht haben. "Merkel muss den Kampf dagegen in den Mittelpunkt der Tagesordnung stellen", erklärte Oxfam-Sprecher Max Lawson. Deutschland übernimmt im kommenden Jahr die G-8-Präsidentschaft von Russland und richtet den Gipfel im Sommer im Ostseebad Heiligendamm aus.

Merkel erwiderte, die Themen für den deutschen Gipfel seien noch nicht gesetzt. "Armut wird aber eine Rolle spielen. Mit welchem Akzent, steht aber noch nicht fest", fügte sie hinzu. Dies hänge auch von den Ereignissen bis dahin ab, beispielsweise von der Frage, ob die laufende Welthandelsrunde abgeschlossen werden könne. Die angestrebte weitere Handelsliberalisierung im Rahmen der WTO soll vor allem den Entwicklungsländern zu Gute kommen, ein Abschluss ist derzeit aber höchst fraglich.

Auch die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International forderte von Merkel, die Themen gute Regierungsführung und Entwicklungshilfe in den Mittelpunkt ihrer G-8-Präsidentschaft zu stellen. An der Vorbereitung müssten auch die Nichtregierungsorganisationen beteiligt werden. Auch die US-Gruppe ONE kritisierte, dass in St. Petersburg keine neuen Ziele bei der Entwicklungshilfe gesetzt worden seien. ONE werde seinen Kampf dafür nun bis zum nächsten G-8-Gipfel in Heiligendamm fortsetzen.