russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



03-02-2006 NGO
Russlands Abgeordnete fordern von London Entschuldigung
Der britische Botschafter in Moskau, Anthony Brenton, hat mit seinen Kommentaren zum "Spionageskandal" einen schweren diplomatischen Fehler begangen. Diese Meinung äußerte Viktor Stepanow, Mitglied des Föderationsrates von der Republik Karelien und Vizechef des Ausschusses für GUS-Angelegenheiten.

"Ein Diplomat sollte die Gesetze des Gastgeberlandes nicht kommentieren", erklärte er gegenüber der "Iswestija". "Niemand zieht die Aktivitäten der nichtstaatlichen Organisationen und Fonds in Zweifel, die die Entwicklung von Kultur, Medizin, Bildung und Forschung unterstützen... Es ist aber unzulässig, die NGOs in Spionageaktivitäten einzubeziehen."

"Heute gibt es nur eine Möglichkeit für London: es muss sich bei Russland auf der Ebene des Botschafters und der Regierung entschuldigen."

Diese Meinung teilt auch Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des auswärtigen Staatsduma-Ausschusses. "An der Stelle der britischen Behörden würde ich mich bei der russischen Seite für die Aktivitäten der Botschaftsangestellten entschuldigen."

Mit Verwunderung reagierte er auf Äußerungen des Botschafters Brenton zum "Spionageskandal", in den russische NGOs einbezogen wurden. Gemäß der allgemein angenommenen Praxis kommentiert ein Botschafter keine Vorwürfe an einzelne konkrete Botschaftsangestellte. "Wenn es aber nichts zu sagen gibt - wozu soll man dann überhaupt ein Interview geben?", so Kossatschow.

Der Schwerpunkt des Skandals werde nun absichtlich auf das Problem der NGO-Arbeit verschoben, so der Abgeordnete. Dies sei nur ein Versuch, die Diskussion von einer viel wesentlicheren Komponente abzulenken.

Was die Non-Profit-Organisationen anbelangt, so empfahl Kossatschow den Behörden Großbritanniens und anderer Länder, "in dieser Frage besonders vorsichtig zu sein, um keinen Schatten auf den Namen und die Aktivitäten der sauberen und ehrlichen NGOs zu werfen, die heute in Russland im Namen ihrer edlen Ziele arbeiten." (RIA)