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31-01-2006 NGO
Keine Vorwürfe des russischen Sicherheitsdienstes gegenüber NGO
Der russische Sicherheitsdienst FSB macht den Nichtregierungsorganisationen (NGO) keine Vorhaltungen, nachdem operativ ermittelt worden war, dass sie über einen Mitarbeiter der britischen Aufklärung Gelder bekommen hatten.

"Vom FSB war keine einzige offizielle Beschuldigung gegenüber den NGO zu vernehmen", hat der Leiter des Zentrums für Öffentlichkeitsarbeit des Dienstes, Sergej Ignatschenko, gegenüber Journalisten erklärt.

Er erläuterte, dass der FSB sich nicht von vornherein mit diesen Organisationen befasst hätte, sondern dem Mitarbeiter der britischen Spionage auf die Finger geschaut habe. Im Zuge dieser Ermittlungen sei aufgeklärt worden, dass über diese Spione Gelder an Nichtregierungsorganisationen in Russland geflossen seien.

Es liege dem FSB nicht daran, die Reputation aller russischen Nichtregierungsorganisationen im Zusammenhang mit der Spionage-Affäre in Mitleidenschaft zu ziehen. Doch habe der britische Spion diejenigen Organisationen diskreditiert, die über ihn finanziert wurden, sagte der FSB-Sprecher.

Ignatschenko berichtete, dass der FSB dem Briten durch die Beobachtung seiner Tätigkeit, welche durch seinen Diplomatenstatus gedeckt war, auf die Spur gekommen sei. "Wir wurden auf ihn aufmerksam, als er sich bei seinen Reisen durch das Land nicht als Diplomat, sondern als Vertreter einer internationalen Migrationsorganisation vorstellte. Meinen Sie nicht, dass das Verwunderung und Fragen hervorruft", stellte der FSB-Sprecher fest.

Polemisch warf er die Frage auf, was für ein Echo es wohl im Ausland auslösen würde, wenn ein hauptamtlicher Geheimdienstmitarbeiter von russischer Seite Nichtregierungsorganisationen im Ausland finanzieren würde.

Auf die Frage, ob dem FSB Fälle bekannt seien, da USA-Geheimdienste russische Organisationen finanziert hätten, gab Ignatschenko zur Antwort: "Die Amerikaner haben wir nicht in flagranti erwischt, aber die Briten."

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Der Sprecher verwies darauf, dass bei der Operation gegen britische Spione auch russische Staatsbürger festgenommen worden seien, die nun Aussagen gegen ihre ursprünglichen Auftraggeber machen würden.

Auf die Tätigkeit der NGO insgesamt eingehend, sagte Ignatschenko, der FSB stehe dazu positiv, denn sie realisierten viele nützliche Programme, die den Menschen zugute kämen. "Eine andere Sache ist es, wenn ein britischer Spion diese Kanäle nutzt, um zu Informationen zu gelangen. Das beunruhigt uns", ergänzte er.

Der Sprecher ging auch auf das Schicksal dieses britischen Spions ein und stellte fest: "Die Briten müssen entscheiden, was mit ihm werden soll."

Der FSB hatte die Öffentlichkeit am 23. Januar darüber informiert, dass er eine Gruppe britischer Spione entlarvt habe, die unter dem Tarnmantel der Botschaft gearbeitet und mit Bürgerrechtlern in Kontakt gestanden hatten.

Das Finale der Operation der russischen Spionageabwehr hatte der Fernsehsender Rossija in der Sendung "Sonderkorrespondent" auf den Bildschirm gebracht. Dabei wurden ungewöhnliche technische Mittel demonstriert, die die Briten erstmals in der Geschichte der Geheimdienste eingesetzt hatten. Ein toter Briefkasten in Form eines gewöhnlichen Steines übermittelte und empfing mit seinem elektronischen Hirn in Sekundenschnelle und auf eine Entfernung von 20 Metern Informationen.

Das Wesentliche sei jedoch nicht, dass britische Spione unter dem Deckmantel von Diplomaten erwischt worden seien, sondern dass sie mit russischen NGO in Verbindung standen, kommentierten die Autoren der Sendung.

Im Bild war der Zweite Sekretär der britischen Botschaft in Moskau, Marc Doe, in der Nähe des toten Briefkastens festgehalten worden, der den "Stein" letztendlich auch an sich genommen hatte.

Nach Angaben des FSB wirkte Doe in der britischen Botschaft auch als Koordinator eines Fonds des britischen Außenministeriums und war als Kurator einiger russischer NGOs tätig.

Operative Mitarbeiter des FSB zeigten in der Sendung von Doe unterschriebene Zahlungsanweisungen für die genannten Organisationen, darunter auch für die Moskauer Helsinki-Gruppe und die Eurasia Foundation.

Der Rat der Gesellschaftskammer Russlands hat die Staatsorgane und die Massenmedien gestern aufgerufen, den Spionage-Skandal nicht zu missbrauchen, um die Autorität der Nichtregierungsorganisationen zu untergraben. (RIA)