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06-12-2006 NGO
NGO: Mindestens 43 Tote durch rassistische Angriffe in Russland
Bei rassistischen Angriffen in Russland sind seit Jahresbeginn mindestens 43 Menschen getötet und 386 verletzt worden. In diesem Jahr seien Informationen über solche Delikte nur spärlich geflossen, sie nähemn aber kontinuierlich zu, sagte Galina Koschewnikowa, stellvertretende Leiterin des auf Nationalismus spezialisierten Informationszentrums Sowa.





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Im vergangenen Jahr seien bei rassistischen Übergriffen 36 Menschen ums Leben gekommen, schreibt Sova in dem Bericht "Der russische Nationalismus". Besonders erschreckend ist nach Ansicht Koschewnikowas, dass sich der Anstieg nicht verlangsame.

"Die Zahl der Taten nimmt von Jahr zu Jahr um 30 bis 40 Prozent zu", sagte sie. Die Gründe für die Taten seien unterschiedlich, allerdings trage die mangelnde Strafverfolgung solcher Delikte dazu bei. "Dutzende Menschen erscheinen vor Gericht, letzten Endes werden aber nur sehr wenige verurteilt." Nationalistische Rhetorik wird nach Ansicht Koschewnikowas nicht mehr nur von Rechtsextremen verwendet, sondern von allen politischen Bewegungen genutzt.

Der Präsident des russischen Oberhauses, Sergej Mironow, hatte Ende Oktober berichtet, die Zahl der ausländerfeindlichen Angriffe in Russland habe sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Zwischen 2000 und 2005 sei die Zahl der rassistisch motivierten Überfälle sogar um 84 Prozent auf 13.000 gestiegen. Laut Experten gebe es landesweit fast 150 extremistische Jugendorganisationen mit rund 10.000 Mitgliedern. Die Angriffe richten sich vor allem auf dunkelhäutige Studenten, Einwanderer oder Angehörige ethnischer Minderheiten.