Nemzow-Mord: Rubikon überschritten

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Noch machen die westlichen Medien wie auch ein guter Teil der demokratischen Opposition (gerne im Gespräch mit ausländischen Korrespondenten) das „patriotisch aufgeheizte Klima“ oder „Putins Umfeld“ für den Mord an dem ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten Boris Nemzow verantwortlich. Moskauer Beobachter hängen komplexeren Zusammenhängen an.

Selbst die liberale „Nowaja Gaseta” schließt drei Versionen a priori aus: einen Mordbefehl seitens des Präsidenten, seitens Michail Chodorkowskis und seitens des ukrainischen Geheimdiensts.

Es lohnt, sich der Reihe nach alle Auffälligkeiten zu betrachten, die sich nach dem bisherigen Ermittlungsstand ergeben:

Erstens: Im Unterschied zu vorhergehenden Morden hat der Kreml außerordentlich rasch reagiert. Dort, so heißt es, sei man geschockt gewesen. Der Mord ist nicht nur ein Angriff auf einen Politiker, sondern auf den Staat. Unter dem Chef der Ermittlungsbehörde Bastrykin betreut General Krasnow, der bereits erfolgreich Verbrechen im rechtsnationalen Umfeld aufgeklärt hat, den Fall.

Zweitens: die Festnahme der mutmaßlichen Täter auf tschetschenischem Territorium und die Tatsache, dass der Hauptverdächtige noch zum Tatzeitpunkt einer Eliteeinheit des tschetschenischen Republikchefs Ramsan Kadyrow angehörte. Beide Momente sind für Kadyrow ebenso eine Herausforderung wie der Mord an Nemzow für den russischen Präsidenten.

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