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03-04-2012 Moskau Aktuelles
Putin puzzelt sich seinen Dürer


[ Von Michael Barth ] Nürnberg/Moskau – Albrecht Dürers Geburtsstadt feiert gerade ihr „Dürer-Jahr“ und Moskau darf daran teilhaben. Anlässlich des Deutschlandjahrs in Russland will sich Nürnberg als die Stadt des bedeutenden Renaissance-Malers präsentieren und gleichzeitig auf spielerische Weise die deutsch-russische Kulturbeziehung intensivieren.



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Dürer genießt selbst in Russland Kultstatus und kommt einer Ikone der deutschen Kunst gleich. Zugegeben ist Albrecht Dürer zu Lebzeiten selbst zwar nie in Russland, geschweige denn in Moskau gewesen, jedoch war es dieser Anlass der Stadt Nürnberg und dem Goethe-Institut in Moskau wert, dem Künstler auch auf dem Roten Platz zu huldigen. Und zwar in Form eines 15 mal 20 Meter großen Riesenpuzzles.

Nun wird das „Selbstbildnis im Pelzrock“ als Gemäldepuzzle nach Moskau reisen. Dort soll es dann am 21. Juni 2012 auf dem Roten Platz zusammengesetzt werden, wie das Nürnberger Kulturreferat mitteilte. Das Puzzle gehört zu einem ganzen Potpourri von Aktionen, die parallel zur großen Dürer-Ausstellung in diesem Sommer in Nürnberg das Leben des Ausnahmekünstlers beleuchten. Die Kosten von rund 50.000 Euro für das Puzzle und den Transport wurden vom Moskauer Goethe-Institut übernommen.

Vom Mitmach-Effekt einmal abgesehen, erlaubt das XXL-Format von satten 300 Quadratmetern Fläche durch die extreme Vergrößerung einen detaillierten Einblick in die besondere Maltechnik Albrecht Dürers und zeigt deutlich seinen berühmten Pinselstrich.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sein Kommen am 21. Juni bereits zugesagt und auch Deutschlands amtierende First Lady Daniela Schadt wird es sich, als gebürtige Nürnbergerin, sicherlich nicht nehmen lassen, nach Moskau zu reisen, um diesem Ereignis in 1023 Teilen vor Ort beizuwohnen.

Gerade der „Pelzrock“ scheint nicht zufällig ausgewählt worden zu sein, gab es doch genau um dieses Gemälde ein kurioses Hickhack zwischen zwei bayrischen Städten. Während im Moment das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg die größte Dürer-Ausstellung in Deutschland seit 40 Jahren vorbereitet und nur eine Kopie des Bildes sein eigen nennt, weilt das Original selig in der Münchner Pinakothek. Nur stellt sich die Landeshauptstadt stur und rückt es nicht einmal als temporäre Leihgabe heraus.

Jedoch: „Das Motiv haben sich unsere russischen Partner gewünscht, bevor die Debatte um die Ausleihe des Bildes aus München losbrach“, wie Annekatrin Fries vom Nürnberger Kulturreferat klarstellt.

Unter dem Motto “Deutschland und Russland - gemeinsam die Zukunft gestalten” soll das Puzzle nach der russischen Hauptstadt auch in Nowosibirsk und St. Petersburg gelegt werden. Weitere russische Städte sind ebenfalls bereits im Gespräch. Man könnte dieses Projekt somit durchaus „Puzzeln für die Völkerverständigung“ nennen.
[ Michael Barth / russland.RU]
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