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01-09-2004 Metroanschlag 31.8.2004
Behörden vermuten Selbstmordattentäterin hinter Anschlag in Moskau mit 10 Toten
Nach dem Anschlag vor einer Moskauer U-Bahnstation mit mindestens zehn Toten vermuten die Behörden eine Selbstmordattentäterin als Urheberin. Der Inlandsgeheimdienst FSB und das Innenministerium stützten diese Vermutung am Dienstagabend auf den Zustand einer völlig zerfetzten Frauenleiche am Anschlagsort.

Die Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete, es könnte sich um die Schwester einer der beiden Tschetscheninnen handeln, die vor einer Woche zwei russische Flugzeuge zum Absturz brachten. Die radikalislamische Gruppe "Islambuli-Brigaden", die bereits die Verantwortung für den Doppelanschlag auf die Passagiermaschinen übernommen hatten, bekannten sich zu dem Anschlag.

"Mit großer Wahrscheinlichkeit" könne von einer Selbstmordattentäterin ausgegangen werden, sagte ein Sprecher des russischen Innenministeriums.
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Schwerpunkt Metroanschlag am 31.8.2004 – Nachrichten, Hintergründe, Reportagen und Analysen.
Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow sagte, eine Attentäterin habe ein Kilogramm Sprengstoff zur Explosion gebracht. Die Polizei ging dagegen von 300 bis 400 Gramm TNT oder einem vergleichbaren Stoff aus; die Bombe sei mit Metallteilen gefüllt gewesen. Laut Luschkow wollte die Frau zunächst in die Metro gehen, sei dann aber aus Angst vor Polizisten auf halbem Weg umgekehrt. Augenzeugen zufolge standen Polizisten am Eingang zu der U-Bahnstation.

Der Moskauer Staatsanwalt Anatoli Sujew leitete Ermittlungen wegen "Terrorismus" ein. Die Behörden gingen auch einem möglichen Anschlag mit einer Autobombe nach. Ein Pkw der russischen Marke Lada wurde durch die Wucht der Explosion zerstört. Die "Islambuli-Brigaden" bezeichneten den Anschlag im Internet als "heldenhafte Operation zur Unterstützung der tschetschenischen Moslems".

Die Explosion ereignete sich um kurz nach 20.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) zwischen dem Eingang der Metrostation Rischskaja und einem Supermarkt an einer belebten Straße im Norden der russischen Hauptstadt.
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Schwerpunkt Metroanschlag am 6.2.2004 – Nachrichten, Hintergründe, Reportagen und Analysen.
Die mutmaßliche Attentäterin richtete an dem belebten Ort ein Blutbad an. Augenzeugen berichteten von grauenhaften Szenen. "Ich sah einen Mann, der nach seinen eigenen Körperteilen suchte", berichtete der 29-jährige Alexej Borodin. "Meine Mutter sagte zu mir: Wir treten auf menschlichen Körperteilen herum." Eine Frau, die mit einer Verletzung am Arm davonkam, sagte, sie habe nur rasch Schulartikel für ihre Kinder einkaufen wollen. Anwohner legten Ikonen und Blumen am Ort des Anschlags nieder und zündeten Kerzen an.

Bei dem Anschlag wurden nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB mindestens zehn Menschen getötet und 51 weitere zum Teil schwer verletzt. Sieben Menschen, darunter die mutmaßliche Attentäterin, seien sofort tot gewesen, drei weitere Menschen seien ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus erlegen.
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Schwerpunkt Flugzeugabstürze am 24.8-2004 – Nachrichten, Hintergründe, Reportagen und Analysen.
Nach Angaben Luschkows befanden sich von den 37 Verletzten im Krankenhaus 16 in ernstem Zustand.

Die US-Regierung und die Vereinten Nationen verurteilten haben die jüngsten Terroranschläge in Russland. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, erklärte, die Attentate in Moskau und auf die beiden Passagierflugzeuge würden die US-russische Partnerschaft im "Krieg gegen den Terror" nur stärken. Für Terrorismus gebe es keinerlei Rechtfertigung. UN-Generalsekretär Kofi Annan sprach von einem "kriminellen Akt", dessen Opfer unschuldige Zivilisten seien.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Moskau wurden verschärft. Zusätzliche Patrouillen mit Sprengstoffhunden sollten Metrostationen, Bahnhöfe und Flughäfen kontrollieren. Vor einer Woche waren bei der Explosion einer Bombe an einer Bushaltestelle im Süden von Moskau vier Menschen verletzt worden. Wenige Stunden später explodierten bei zwei fast zeitgleichen Anschlägen zwei Flugzeuge. Dabei starben 90 Menschen.