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01-09-2004 Metroanschlag 31.8.2004
Moskauer Staatsanwaltschaft über Einzelheiten der Untersuchung des Anschlags auf Rischskaja-Platz
Eine Verkäuferin gibt genaue Zeugnisse über die Explosion auf dem Rischskaja-Platz, so Wladimir Judin, stellvertretender Staatsanwalt von Moskau.

Im Moment arbeitet die operative Untersuchungsgruppe zusammen mit dem Föderalen Sicherheitsdienst in der Leichenhalle an der Identifizierung der Terroristin.

"Wenn wir den Kopf der Terroristin rekonstruieren und das Gesicht sehen können, werden wir in der Lage sein, sie zu identifizieren", sagte Wladimir Judin.

Er berichtete, dass nur ein Körper, an dem nach Vermutungen der Untersuchungsleiter der Sprengsatz befestigt war, durch die Explosion entstellt sei. Doch es ist bislange noch nicht möglich, die Frage zu beantworten, ob die Terroristin den Sprengsatz selbst zur Detonation gebracht hat. "Diese Frage wird nach der Begutachtung beantwortet", sagte Judin.

Es ist geplant, später eine explosionstechnische Begutachtung der an der Explosionsstelle gefundenen Splitter und Stoffe durchzuführen, so Judin.

Er bemerkte, dass die Sprengkraft der Explosion 1,5 bis 2 kg TNT-Äquivalent betrug.

Die Moskauer Staatsanwaltschaft zieht eine Parallele zwischen den Anschlägen auf der Kaschirskoje-Chaussee und auf dem Rischskaja-Platz. "Eine Verbindung zwischen diesen Anschlägen ist zu sehen, wir prüfen sie", sagte Judin. Momentan gäbe es keinen Grund, diese beiden Fälle zu vereinigen. Außerdem sei die Untersuchung des Falles Explosion an der Kaschirskoje-Chaussee vor kurzem in die Kompetenz des Föderalen Sicherheitsdienstes übergeben worden, fügte er hinzu.

Der stellvertretende Staatsanwalt berichtete, dass die operative Untersuchungsgruppe ihre Arbeit an der Metrostation "Rischskaja" jetzt abgeschlossen hat. Alle Beweisstücke, unter anderem die Videoaufzeichnungen aus dem Supermarkt "Krestowskij" und von der Metrostation "Rischskaja", sind eingesammelt worden. Doch alle Kameras waren auf den Prospekt Mira gerichtet und konnten die Explosion nicht fixieren, so Judin.

Er erinnerte daran, dass die Moskauer Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen der Explosion auf dem Rischskaja-Platz gemäß Teil 3 des Artikels 205 (Terrorismus) und Teil 2 des Artikels 105 (Mord an zwei und mehr Personen) des russischen Strafgesetzbuches eingeleitet hat. Die Untersuchung des Falles wird von der Verwaltung für Banditismus und Morde der Moskauer Staatsanwaltschaft geleitet.

Die Identifizierung der Opfer des Anschlags wird heute oder morgen abgeschlossen sein, bemerkte der stellvertretende Staatsanwalt.

Er berichtete, dass neun Personen infolge des Anschlags ums Leben kamen. Sieben davon, darunter die Terroristin, starben gleich, zwei im Krankenhaus. 46 Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert, 38 davon, darunter vier Kinder, wurden hospitalisiert. 16 Verletzte sind im schweren Zustand, so Judin.

"Diese Angaben können sich verändern", fügte er hinzu. (RIA)