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01-09-2004 Metroanschlag 31.8.2004
"Islambuli-Brigaden" sind wahrscheinlich eine mit Al-Kaida verbundene Organisation tschetschenischer Extremisten, so ein Experte
Die bis vor kurzem wenig bekannte Gruppe "Islambuli-Brigaden", die sich für die Explosionen der beiden russischen Flugzeuge und den Anschlag an der U-Bahn-Station "Rischskaja" verantwortlich erklärte, ist wahrscheinlich eine mit Al-Kaida verbundene Organisation der tschetschenischen Extremisten.

Diese Meinung wurde von Ahmed al-Subaimi, Direktor des muslimischen Zentrums "Al-Makrizi" in London und angesehener Terrorismus-Experte, geäußert.

Zum ersten Mal kam der Name dieser Gruppe am 31. Juli dieses Jahres nach einem Anschlag auf den pakistanischen Ministerpräsidentenkandidaten Schaukat Aziz auf. Die Terroristen verliehen ihrer Organisation den Namen von Khaled Islambuli, eines Oberleutnants der ägyptischen Armee, der den Mord am ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat am 6. Oktober 1981 organisierte und am 15. April 1982 mit einer Gruppe von Verschwörern gerichtlich verurteilt und hingerichtet wurde. Doch nach Meinung ägyptischer Experten zeugt das noch lange nicht davon, dass Ägypter oder Araber der Gruppierung angehören.

Ahmed al-Subai weist darauf hin, dass kleine terroristische Organisationen aus Tschetschenien, den Balkanländern oder aus den Ländern Südostasiens oft Namen bekannter Selbstmordattentäter annehmen und genauso oft ihre Namen wechseln, um die nach ihnen fahndenden Sicherheitsdienste zu verwirren.

Über die "Islambulisten" ist vorerst wenig bekannt. Einige Fachleute meinen, dass der Anführer dieser Gruppierung Muhammed Islambuli, der jüngere Bruder von Khaled, sei. Über ihn ist es bekannt, dass er 1982 noch als Jugendlicher nach Pakistan fuhr, um dort Freiwillige für den Krieg in Afghanistan zu werben. Bis vor kurzem gehörte er zu den Führern der ägyptischen extremistischen Organisation "Al Dschamaa al-Islamiya". Im Moment könnte er sich in Pakistan, Afghanistan oder Iran verstecken. Es steht auch fest, dass er den Al-Kaida-Führer Osama bin Laden gut kannte. Nach einigen Angaben hat Islambuli 2001 Tschetschenien besucht.

Nach Meinung anderer Experten ist Taher al-Murschid, einer der geistigen Führer von Al-Kaida, der Chef der "Islambuli-Brigaden". Auf einer Website wurde ein Foto der Kämpfer aus den Brigaden gefunden, das im Lager "Ain el-Hilwe" in Libanon gemacht worden soll.

Ahmed al-Subai weist darauf hin, dass Islambuli der este bekannte "Schachid (Märtyrer) der Moderne" war. In Iran wurde nach ihm eine Straße in Teheran benannt und eine Briefmarkenserie gedruckt.

Nach der Verhaftung und der Hinrichtung der Verschwörer wurde in Ägypten das Notstandsgesetz 162 eingeführt, das bis heute gilt. Nach diesem Gesetz wurden in Ägypten Hunderte Extremisten festgenommen und verurteilt sowie religiöse Untergrundorganisationen verboten. Teilweise dank diesem Gesetz gab es in Ägypten in den letzten sieben Jahren keine großangelegten Terroranschläge, obwohl es bekannt ist, dass einige Organisationen, unter anderem die "Muslimischen Brüder" immer noch im Untergrund aktiv sind.

Die Agentur MIGnews berichtet, dass die "Al-Kaida Islambuli-Brigaden" mehrmals erklärt haben, dass ihr größter Feind die USA und George Bush Junior persönlich seien. Vor dem 24. August wurden im Namen dieser Organisation keine antirussischen Aussagen gemacht.

Auf einigen islamistischen Websites war zuvor die Information erschienen, dass die "Islambuli-Brigaden" ein Militärlager an der pakistanisch-afghanischen Grenze haben. Ob dieses Lager noch benutzt wird, ist nicht bekannt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Instrukteure der "Brigaden" auch in Tschetschenien aktiv sind, doch das ist durch nichts belegt.

Die Agentur meint, dass die Feststellung, dass die tschetschenischen Separatisten von internationalen islamischen terroristischen Organisationen unterstützt werden, außer Zweifel steht. (RIA)